Abgasuntersuchung: Volles Rohr

Nicht nur gefühlt war die Wiedereinführung der generellen Endrohrmessung im Sommerloch und im Bundestagswahlkampf untergegangen. Doch nun soll sie tatsächlich kommen. Ab 1. Januar hat das zweistufige Messverfahren ausgedient.

| Autor: Steffen Dominsky

Ab 1.1.2018 hat das zweistufige Messverfahren bei der AU ausgedient. Dann wird wieder an jedem untersuchungspflichtigen Fahrzeug gemessen, was hinten herauskommt.
Ab 1.1.2018 hat das zweistufige Messverfahren bei der AU ausgedient. Dann wird wieder an jedem untersuchungspflichtigen Fahrzeug gemessen, was hinten herauskommt. (Bild: dpa)

Wir greifen da ein, weil uns die technischen Überwachungsorganisationen darauf hingewiesen haben, dass die Praxis der vergangenen zehn Jahre nicht richtig funktioniert.“ Was Winfried Hermann, Minister für Verkehr und Infrastruktur in Baden-Württemberg, im Rahmen seiner Rede zu Tagesordnungspunkt 44 anlässlich der 960. Sitzung des Bundesrats zum Ausdruck bringen wollte? Vereinfacht ausgedrückt das: Das zweistufige AU-Messverfahren, das mit Einführung des Leitfadens 4 seit 1.12.2008 für alle seit dem 1.1.2006 zugelassenen Fahrzeuge gilt und das regelmäßig die Unfehlbarkeit der OBD propagiert hat, war ein Schuss in den Ofen. Nicht, dass es nichts gebracht hätte. Aber der Erfolg, sprich das Entlarven alter, defekter oder manipulierter Abgasanlagen und Motorsysteme, hätte wesentlich größer ausfallen können bzw. müssen.

Ein Fehler, den der Gesetzgeber nun korrigiert. Statt wie ursprünglich geplant ab dem 1.7.2017 wird die generelle Endrohrmessung nun zum 1. Januar 2018 wieder eingeführt. Dass diese Prüfrolle rückwärts nicht einfach so kommt, dürfte klar sein. Über Jahre hinweg hatten sich allen voran der mächtigste Automobilclub Deutschlands, aber auch der Bund selbst für das zweistufige Messverfahren und damit gegen eine generelle Endrohrmessung stark gemacht. Zugegeben: Das Argument des ADAC war nicht ganz von der Hand zu weisen, einerseits. Denn schließlich hatte jeder Autofahrer dafür bezahlt, dass sein Fahrzeug über eine elektronische Kontrollinstanz verfügt, die Alarm schlägt, wenn Mängel am Antrieb das Abgas negativ beeinflussen. Andererseits ist spätestens seit dem Dieselskandal klar: Wer beim Schadstoffausstoß seiner Fahrzeuge massiv betrügt, der wird einen Teufel tun, die OBD-Lampe im vorgeschriebenen Maße aufleuchten zu lassen.

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