Suchen

ADAC: Weitere Diesel-Fahrverbote „nicht vermittelbar“

| Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Der ADAC sieht keinen Grund für weitere Fahrverbote in deutschen Städten. Die Luftbelastung sei einerseits wegen Corona, andererseits aber auch wegen der bereits getroffenen Maßnahmen gesunken. Anders bewertet die Deutsche Umwelthilfe die Lage.

Firmen zum Thema

(Bild: Robert Lehmann / DUH)

Der ADAC hat sich gegen weitere Fahrverbote für ältere Diesel-Fahrzeuge ausgesprochen. ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Der Verkehrsrückgang durch Corona hat dazu beigetragen, die Luftqualität zu verbessern.“ Außerdem begännen nun bereits beschlossene Maßnahmen zu wirken. Dazu zählt Hillebrand etwa die Erneuerung städtischer Busflotten, Software-Updates für eine bessere Abgasreinigung von Pkw und mehr umweltschonende Fahrzeuge im Straßenverkehr.

„Es wird jetzt vor allem wichtig sein, die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln wieder anzukurbeln und den positiven Trend beim Radverkehr zu verstetigen“, so Hillebrand. Weitere Fahrverbote seien nicht vermittelbar.

DUH: Klagen sorgen für bessere Luft

Anders bewertet die Deutsche Umwelthilfe (DUH) die Lage. Sie führt den Rückgang der Luftverschmutzung durch Diesel-Abgase im vergangenen Jahr auf den Erfolg ihrer Klagen in 40 deutschen Städten zurück. Wie der Verein am Dienstag bei einer Zwischenbilanz in Berlin mitteilte, lag der Rückgang beim gesundheitsschädlichen Stickstoffdioxid (NO2) vom Jahr 2018 auf 2019 in Städten, in denen die Umwelthilfe auf Einhaltung des Grenzwertes klagte, im Schnitt doppelt so hoch wie in Städten ohne Klage. Der Verein beruft sich auf eine eigene Auswertung der vom Umweltbundesamt herausgegebenen Daten des Messnetzes.

Demnach ging die Konzentration von Stickstoffdioxid im Jahresmittel um 2,1 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft in Städten ohne Klage zurück, in beklagten Städten betrug der Rückgang 4,2 Mikrogramm. 38 Städte wurden in der DUH-Auswertung berücksichtigt.

„Mit unseren Klagen haben wir eine intensive Beschäftigung der Politik mit der Notwendigkeit der Luftreinhaltung und in den Städten eine Stärkung von Bahn, Bus und Fahrradverkehr durchgesetzt“, sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Die Wirkung von Maßnahmen, wie etwa Fahrverboten für ältere Diesel-Fahrzeuge, die der Verband in Gerichtsverfahren und Vergleichsverhandlungen erreicht habe, zeige sich nun in den Messwerten.

Für eine bessere Luftqualität klagte die Deutsche Umwelthilfe in 40 deutschen Kommunen – darunter Stuttgart, Frankfurt und Berlin. Da NO2 in Städten zu einem großen Teil aus Diesel-Abgasen stammt, hatten Gerichte wegen Überschreitungen des NO2-Grenzwertes in mehreren Städten Fahrverbote angeordnet. Nach DUH-Angaben seien insgesamt 31 Verfahren positiv abgeschlossen worden – darunter zwölf gewonnene Urteile und 13 richterliche Vergleiche. Weitere Verfahren laufen noch oder pausieren.

(ID:46744798)