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Alain Visser: Starke Opel-Händler – aber zuviel Bürokratie

Redakteur: Jens Rehberg

In einem Interview mit der Opel-Hauszeitung räumt Marketing-Vorstand Alain Visser ein, dass Rüsselsheim noch immer viel zu bürokratisch mit seinen Handelspartnern umgeht.

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Alain Visser: „Wir haben ein Händlernetzwerk, auf das wir stolz sein können.“
Alain Visser: „Wir haben ein Händlernetzwerk, auf das wir stolz sein können.“
( Archiv: Vogel Business Media )

„Unsere Schwäche ist, dass es für den Händler immer noch viel zu kompliziert ist, mit uns zusammenzuarbeiten.“ Das räumt Opel-Vorstand Alain Visser in der aktuellen Ausgabe der Opel-Hauszeitung ein – „wir sind zu bürokratisch.“ Beispielhaft nennt der Marketing-Chef die hohe Anzahl an so genannten Reports, die die Partner an verschiedene Abteilungen des Herstellers liefern müssen. Hier bestehe Handlungsbedarf: „Wir arbeiten daran, dies abzustellen.“

Den Opel-Händlern stellt Visser ein bemerkenswertes Zeugnis aus: „Wir haben sehr gute und loyale Händler.“ Das Partnernetzwerk stelle aktuell einen Wettbewerbsvorteil dar. Der Unterschied zwischen einem starken und einem schwachen Netz mache seiner Ansicht nach bis zu 1 Prozent Marktanteil aus. Sogar die Opel-Händler, die sich in jüngster Zeit konzernfremde Fabrikate ins Haus geholt haben, bekommen Lob: Man merke, dass diese Partner nach wie vor sehr stark mit der Marke verbunden seien.

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Nichtsdestotrotz gebe es Hausaufgaben zu erledigen, zum Beispiel beim Thema Lead-Management: Sowohl Händler als auch der Hersteller reagierten auf E-Mail-Anfragen teilweise noch zu träge. „60 Prozent der Kunden, die innerhalb einer Stunde eine persönliche Antwort bekommen, kaufen ein Auto bei diesem Händler“, zitiert der Manager eine Statistik.

Eine neue „Opel-Experience“, die die Kunden in den jetzt Schritt für Schritt aufzufrischenden Showrooms (siehe Bildergalerie: „Die neue Innen-CI“) erwarten soll, konkretisierte Visser an zwei Beispielen. Zum einen sollten Kunden künftig europaweit auf Deutsch begrüßt werden („Willkommen bei Opel“). Zum anderen würden bei Neuwagenübergaben die Schlüssel in Zukunft in hochwertigen Schatullen überreicht – „schließlich ist der Autokauf eine der größten Investitionen, die man im Leben tätigt“. Auch auf die Investitionen der Opel-Händler ging Alain Visser ein: Europaweit hätten bereits 65 Prozent der Partner Elemente der neuen Außen-Signalisation installiert. Der Opel-Vorstand schließt mit der Erkenntnis: „Es ist ein sehr, sehr teures Projekt.“

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