Transporter Alarm vor dem Ausfall

Autor Jan Rosenow

Im boomenden Transportermarkt profilieren sich die Hersteller Mercedes-Benz, Iveco und MAN mit neuen Servicedienstleistungen durch digitale Vernetzung. Auch die Händler können davon profitieren.

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Die Echtzeitdiagnose Mercedes-Benz Van-Uptime verbindet den Transporter mit dem Fuhrparkbetreuer.
Die Echtzeitdiagnose Mercedes-Benz Van-Uptime verbindet den Transporter mit dem Fuhrparkbetreuer.
(Bild: Daimler)

Nutzfahrzeuge müssen rollen, um Geld zu verdienen. Mit einer neuen Funktion will Mercedes-Benz Vans nun die Fahrzeugverfügbarkeit seiner Sprinter-Modelle erhöhen: Die Echtzeitdiagnose Mercedes-Benz Van-Uptime wertet Fahrzeugdaten aus, um Ausfallzeiten vorzubeugen. Van-Uptime spart Zeit bei der technischen Überprüfung der eigenen Transporter, ermöglicht, den Fahrzeugzustand bei der Einsatzplanung zu berücksichtigen, und reduziert ungeplante Werkstattaufenthalte. Sprinter-Betreiber können das digitale Servicepaket in den Service-Care-Verträgen für aktuell drei Euro monatlich zubuchen.

Durch die Vernetzung aller Fahrzeugsysteme beim Sprinter werden technische Fahrzeugdaten in Echtzeit ausgewertet und interpretiert. Erkennt das System Handlungsbedarf, beispielsweise einen verstopften Kraftstofffilter oder eine Unwucht der Vorderräder, gibt Van-Uptime dem ausgewählten Ansprechpartner – das kann der Fuhrparkverantwortliche sein – Empfehlungen für den geeigneten Service. Dies verhindert ungeplante Standzeiten und damit verbundene Umsatzeinbußen.

Insgesamt gibt es drei unterschiedliche Services innerhalb von Van-Uptime:

  • Selbst durchführbare Wartungsarbeiten: Van-Uptime gibt dem Ansprechpartner konkrete Handlungsempfehlungen für Maßnahmen, die er selbst am Fahrzeug erledigen kann, etwa die Korrektur der Füllstände oder des Reifendrucks.
  • Effizientes Management der Reparaturen und Wartungen: Der Wartungs- und Reparaturbedarf wird an den ausgewählten Mercedes-Benz-Partner übermittelt. Basierend auf diesen Informationen bündelt der Betrieb, wenn möglich, die anstehenden Arbeiten und vereinbart Termine mit dem Kunden.
  • Dringende Warnungen: Wenn Van-Uptime feststellt, dass ein Ausfall während der Fahrt unmittelbar bevorsteht, kontaktiert das Customer Assistance Center von Mercedes-Benz den Ansprechpartner beim Kunden und organisiert mit dessen Einverständnis einen sofortigen Werkstattaufenthalt.

Aktuell steht das Produkt exklusiv für den neuen Sprinter zur Verfügung. Dies auf weitere Baureihen auszuweiten, ist geplant.

Iveco: Servicekosten je nach Nutzung

Noch einen Schritt weiter als Mercedes-Benz geht Iveco. Für seine Daily-Baureihe führt der italienische Nutzfahrzeughersteller ein neues Servicekonzept ein, das die servicerelevanten Fahrzeugdaten verwendet, um auch die Kosten des Wartungsvertrags an die tatsächliche Nutzung anzupassen. Damit sind die Wartungskosten genau auf den Fahrzeugbetrieb des Kunden abgestimmt. In Zeiten, in denen das Fahrzeug weniger unterwegs ist oder sich in weniger anspruchsvollen Einsätzen befindet, geben die Nutzer also weniger für den Service aus.

Mit dem Modell TGE ist auch der Lkw-Hersteller MAN im Transportermarkt vertreten. Die Münchener Volkswagen-Tochter hat nun eine Plattform zur Onlineterminvereinbarung eingeführt. Diese können auch TGE-Betreiber nutzen. Werkstatttermine oder Leistungen lassen sich so rund um die Uhr für den jeweiligen Servicebetrieb buchen. Gleichzeitig gleicht das Tool freie Werkstattkapazitäten mit den individuellen Terminwünschen ab. Anstehende Termine sowie der zugehörige Fahrzeugstatus sind in der Service-Booking-Übersicht einzusehen. Außerdem kann eine Erinnerungsfunktion per SMS oder E-Mail eingerichtet werden.

Komplettes Fuhrparkmanagement von ZF

Nicht nur die OEMs unterstützen ihre Kunden bei der Fuhrparkverwaltung und Serviceplanung, sondern mit ZF auch ein Autozulieferer. Das Unternehmen hat ein Softwarepaket für das Fuhrparkmanagement im Segment Leichte Nutzfahrzeuge (LCV) entwickelt. Fuhrparkbetreiber können damit schwere Lkws, Anhänger, Fahrer und Transporter über eine einzige All-in-one-Backoffice-Plattform verwalten.

Die neue LCV-Softwarepalette beinhaltet beispielsweise ein Fahrzeugtracking, mit dem Betreiber den Standort jedes Transporters verfolgen, die Kunden über die Ankunftszeiten informieren und den Folgeauftrag dem geeignetsten Fahrer zuweisen können. Dadurch werden Fahrtstrecken sowie Kraftstoffkosten gesenkt und die Lieferzeit verkürzt.

Ein weiteres Feature ist die Überwachung der Kraftstoffkosten. Anhand einer Übersicht, die Fahrerleistung, die zurückgelegten Abstände und den Kraftstoffverbrauch umfasst, können Fuhrparkmanager die Kraftstoffeffizienz jedes Fahrzeugs bestimmen. Sogar um die Sicherheit im Transportbetrieb kümmert sich die ZF-Software: Fuhrparkbetreiber bekommen in Echtzeit Sicherheitswarnungen, wenn das System „Abweichungen im Fahrstil“ feststellt, wie es bei ZF heißt. Und die Wegfahrsperre verhindert einen Start des Fahrzeugs, wenn sich der Fahrer nicht korrekt im System angemeldet hat.

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