Albert Schwinn gibt seine Autohäuser ab

Autor: Andreas Grimm

Die Peugeot- und Citroën-Autohäuser des Peugeot-Händlerverbandspräsidenten Albert Schwinn werden Teil der Nauerz-Gruppe. Deren Chef Sascha Nauerz (Foto) hat sein Handwerkszeug über viele Jahre bei Schwinn von der Pike auf gelernt. Nun hat er ambitionierte Ziele.

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Sascha Nauerz hat die Schwinn-Autohäuser gekauft und will sie zu Mobilitätszentren für die Kunden ausbauen.
Sascha Nauerz hat die Schwinn-Autohäuser gekauft und will sie zu Mobilitätszentren für die Kunden ausbauen.
(Bild: Nauerz-Gruppe)

Der Präsident des Verbands der Peugeot-Partner in Deutschland, Albert Schwinn, hat seine Peugeot- und Citroën-Autohäuser an seinen Geschäftsführer Sascha Nauerz verkauft. Der 33-Jährige arbeitete seit vielen Jahren für die Schwinn-Gruppe und ist neben dem Autohandel auch als Kfz-Sachverständiger und mit einer Mietwagenfirma aktiv. Mit dem Betriebsübergang werden die Schwinn-Häuser in Kaiserslautern und Pirmasens Teil der neu formierten Nauerz-Gruppe.

Den Betriebsübergang vollzogen Schwinn und Nauerz bereits zum Jahreswechsel. Seinen Stammbetrieb in Lebach im Saarland führt Schwinn vorerst weiter.

Für Sascha Nauerz ist der Schritt an die Spitze der bisherigen Schwinn-Häuser nicht allzu groß, seit 2016 leitete er mit dem bisherigen Inhaber bereits als Geschäftsführer die Geschicke. Die Betriebe selbst kennt er noch viel länger. Seine berufliche Karriere startete Nauerz im Jahr 2002 als Lehrling bei dem Peugeot- und Citroën-Partner, damals noch als Kfz-Mechaniker. In den Folgejahren bildete er sich zum Kfz-Meister und zum Sachverständigen weiter.

Das Ziel, als Vertragshändler in die Selbstständigkeit zu gehen, hatte Nauerz frühzeitig formuliert und damit bei Albert Schwinn offene Türen eingerannt. Der erfahrene Händler wollte seinerseits seine Betriebe in qualifizierte Hände übergeben wissen, erinnert sich Nauerz. Sein Mentor Schwinn war 1984 ins Automobilgeschäft eingestiegen, der Standort in Kaiserslautern kam 1996 dazu, im Jahr 2003 erfolgte die Erweiterung um Pirmasens.

Weit überdurchschnittlicher Marktanteil

Der 33-jährige Nauerz ist nun Herr über 50 Mitarbeiter in den beiden Betrieben, an denen zuletzt rund 1.200 Neuwagen verkauft wurden, davon etwa zwei Drittel Peugeot. Mit diesem Fabrikat haben die ehemaligen Schwinn-Betriebe, die vorerst weiter unter diesem Namen firmieren, einen weit überdurchschnittlichen Marktanteil für die Löwenmarke von gut 4 Prozent erreicht. Dementsprechend übernimmt Nauerz auch alle bisherigen Mitarbeiter, um ohne Brüche den Wachstumskurs seiner Betriebe beizubehalten.

Die Kunden werden unverändert betreut, allerdings strebt Nauerz mittelfristig eine Weiterentwicklung seiner Angebote hin zu einem Mobilitätsdienstleister an. Dazu sollen seine bisherigen externen Aktivitäten als Sachverständiger und Autovermieter stärker mit dem bestehenden Angebot der Autohäuser verknüpft werden, so dass die Nauerz-Gruppe für den Kunden in allen Belangen ein zentraler Ansprechpartner rund um das Automobil wird. „Die zentrale Betreuung wird den Kunden viel Zeit und viele Wege sparen“, ist sich Nauerz sicher.

Auch in Richtung Digitalisierung will Nauerz Gas geben. „Wir arbeiten zurzeit an einem eigenen Modul, um alle im Autohaus befindlichen Prozesse zu digitalisieren“, berichtet er. Künftig sollen die Kunden etwa Termine von zu Hause vereinbaren können oder den Reparaturfortschritt online verfolgen.

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Fachredakteur Management & Handel, Redaktion »kfz-betrieb«