Albert Still: Die Chinesen greifen mit dem Ottomotor an

Ernstzunehmende Konkurrenz im A- und B-Segment

22.10.2010 | Autor: Andreas Wehner

Der Aufsichtsratsvorsitzende der AVAG, Albert Still, erwartet den Markteintritt chinesischer Hersteller bis 2013.
Der Aufsichtsratsvorsitzende der AVAG, Albert Still, erwartet den Markteintritt chinesischer Hersteller bis 2013.

Die Chinesen stehen nach Ansicht von AVAG-Aufsichtsratschef Albert Still vor der Tür. „2013, vielleicht schon 2012 wird der erste Eintritt eines ernstzunehmenden chinesischen Herstellers erfolgen“, sagte Still auf dem Fabrikatshändlerkongress in Frankfurt. Die Autohandelsgruppe ist selbst an der Zusammenarbeit mit den Chinesen interessiert.

„Der Start wird im A- oder B-Segment erfolgen“, glaubt der Autohändler. Die Autos müssten mindestens zehn Prozent günstiger sein als vergleichbare Koreaner – bei ähnlicher Qualität. Dem pflichtete auch Volker Lange bei. Dem Präsidenten des Importeursverbands VDIK zufolge hat „in Deutschland ein Premium-Modell gegen die vorhandenen Fahrzeuge keine Chance.“ Es werde einen Verdrängungswettbewerb vor allem mit den Japanern und Koreanern geben.

Zu den Marken mit den größten Erfolgsaussichten zählte Still Chery, Geely und BYD. Er glaubt nicht daran, dass die chinesischen Autobauer zunächst im großen Stil mit Elektroautos auf den Markt kommen werden. „Der Angriff kommt mit dem Ottomotor“, sagte der AVAG-Manager. Aber auch der Diesel werde eine Rolle spielen.

Beste Chancen mit E-Mobilen

Nichtsdestotrotz sind die Chinesen in Sachen Elektromobilität bereits sehr weit – auch dank eines massiven Förderprogramms des Staates. Sollten chinesische Autobauer mit preisgünstigen, wettbewerbsfähigen E-Mobilen auf den Markt kommen, hätten sie die Chancen, viele Hürden zu überspringen, die es beim konventionellen Antrieb noch gebe, glaubt Lange. „Wenn die Chinesen einen Schwerpunkt auf Elektrofahrzeuge legen, können sie den Markt sofort mitgestalten.“

Michael Sikora, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Automotive Business Consulting in Shanghai, sieht die Chancen der Chinesen auch in Nischen. So sei beispielsweise Great Wall in Italien bereits mit einem Pick-up sehr erfolgreich. „Die Chinesen sind bereits in Europa angekommen. Sie werden mit ihren Angeboten auch deutsche Kunden begeistern können.“

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