Unternehmenssanierung Alternative zum Insolvenzantrag

Autor / Redakteur: Burkhard Jung, Geschäftsführer der Sanierungsberatungsgesellschaft Restrukturierungspartner“ / Vera Preising

Bisher gilt, dass ein Unternehmen Insolvenz anmelden muss, wenn es in der Krise ist und die Zahlungsunfähigkeit droht. Damit verbunden ist ein Makel, den jeder Unternehmer scheut. Ab kommendem Jahr gibt es hierzu jedoch eine Alternative.

Zukünftig können sich Unternehmen auch ohne Insolvenz nachhaltig restrukturieren.
Zukünftig können sich Unternehmen auch ohne Insolvenz nachhaltig restrukturieren.
(Bild: © andyller - stock.adobe.com)

Corona-geschädigten Unternehmen steht schon bald mit dem „Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen“, kurz „SRR“, ein neues Sanierungsinstrument zur Verfügung. Der SRR bietet erstmals einen gesetzlich geschützten Rahmen, in dem sich Betriebe ohne ein Insolvenzverfahren nachhaltig restrukturieren können. Die Bundesregierung plant, den SRR am 1. Januar 2021 in Kraft zu setzen. Bis das neue Restrukturierungsinstrument zur Verfügung steht, sind es also nur noch wenige Wochen. Unternehmen, die von einer Krise betroffen sind, tun deshalb gut daran, sich rechtzeitig auf die neue Sanierungswelt vorzubereiten.

Es gibt keinen Insolvenzverwalter mehr

Wenn ein Unternehmen den „Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen“ nutzen will, muss die Geschäftsführung keinen Antrag mehr stellen. Das Unternehmen zeigt den Beginn des Prozesses dem zuständigen Gericht lediglich an. Auch bestellt das Gericht keinen Insolvenzverwalter oder Sachwalter mehr. Lediglich in Ausnahmefällen muss ein sogenannter Restrukturierungsbeauftragter eingesetzt werden. Dieser hat dann aber nur noch überwachende Funktion.