Amazon soll Volkswagens Werke vernetzen

Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Nach Microsoft holt sich Volkswagen einen weiteren IT-Giganten als Partner mit ins Boot: Mithilfe von Amazons Cloud-Diensten will der Autokonzern die Produktivität seiner Werke verbessern.

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Volkswagen will die Effizienz in seiner Produktion steigern.
Volkswagen will die Effizienz in seiner Produktion steigern.
(Bild: VW)

Zwei Weltkonzerne verbünden sich auf dem Weg zur digitalen Autoproduktion: Der US-Internetriese Amazon soll den weltgrößten Autobauer Volkswagen produktiver machen. Dazu sei eine mehrjährige Entwicklungszusammenarbeit mit der Amazon-Tochter Amazon Web Services vereinbart worden, teilten die Unternehmen am Mittwoch mit. Künftig wolle der Autogigant mit Hilfe einer „Volkswagen Industrial Cloud“ seine weltweit 122 Fabriken vernetzen. Ende 2019 sollten erste Dienste und Funktionen starten.

Langfristig soll auch die globale VW-Lieferkette mit über 30.000 Standorten von mehr als 1.500 Zulieferern Teil der „Industrial Cloud“ werden. Daher sei die Plattform offen für weitere Unternehmen aus Autoindustrie, Handel oder Logistik. Verhandlungen liefen bereits. Denkbar sei sogar, die Plattform für andere Hersteller zu öffnen.

Beim Cloud-Computing werden Daten nicht länger lokal, sondern auf Servern externer Anbieter gespeichert. Mit Hilfe der Cloud-Technologie von Amazon will Volkswagen Maschinen und Anlagen sämtlicher Fabriken vernetzen, um Abläufe besser steuern, effizienter fertigen und Lieferengpässe sowie Fehler frühzeitig erkennen zu können. Die cloudbasierte Plattform sei auch die Voraussetzung für Technologien wie intelligente Roboter. Amazon ist vor allem als weltgrößter Online-Händler bekannt, hat aber auch enorme Serverkapazitäten. Dienste wie Netflix oder Dropbox laufen darüber.

Mittelfristig sollten rund 220 Experten von VW und Amazon Web Services an den Cloud-Plänen arbeiten, die Entwicklung beginne „ab sofort“, wie es hieß. In Berlin sei ein gemeinsames Innovationszentrum geplant. Zu den Projekten zähle ein Dienst, der Warentransporte innerhalb und außerhalb der Fabrik lokalisieren könne. Analysedienste sollten berechnen, wie effizient die Maschinen arbeiteten.

VW kooperiert bereits mit Microsoft

Darüber hinaus entwickelt Volkswagen mit Hilfe von Microsoft die „Volkswagen Automotive Cloud“, die alle digitalen Dienste und Mobilitätsangebote des Autobauers bündelt. Damit will VW in der Lage sein, digitale Dienste auf die ganze Flotte auszuweiten.

Unlängst hatte Volkswagen angekündigt, bis 2025 die Produktivität im gesamten Produktionsnetzwerk – außer China – um 30 Prozent steigern zu wollen.

Konzernchef Herbert Diess hatte in der vergangenen Woche auf der Betriebsversammlung in Wolfsburg gesagt: „Wir müssen mit unseren Autos deutlich mehr Geld verdienen, um in die Zukunft investieren zu können. Wir müssen schlanker, beweglicher, schneller werden, um beim Tempo der neuen Wettbewerber mitzuhalten.“ Er machte aber auch klar, dass die Digitalisierung Arbeitsplätze kosten werde.

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