AMI/Amitec: 15 Prozent weniger Besucher

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm, Andreas Grimm

Nach einem leichten Besucherrückgang zum Auftakt ist der Zuspruch für die AMI über das Pfingstwochenende nochmals deutlich gesunken. Nun wird das Messe-Konzept überarbeitet.

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(Foto: Messe Leipzig)

Die Leipziger Doppelmesse AMI und Amitec ist am Pfingstsonntag mit einem deutlichen Besucherrückgang zu Ende gegangen. Hatte sich bereits nach dem Auftaktwochenende ein leicht sinkender Zuspruch des Publikums ergeben, so wuchs sich der Besucherverlust bis zum Ende der Messe am Pfingstsonntag auf 44.000 Besucher aus. Mit insgesamt 242.000 registrierten Gästen ergibt sich nach Angaben der Leipziger Messegesellschaft für die größte deutsche Automesse neben der IAA, ein Rückgang um rund 15 Prozent.

„Dieses Ergebnis lässt uns nicht übersehen, dass wir die Mobilisierung der Besucher vorantreiben müssen“, kommentierte Volker Lange, Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller e.V. (VDIK), die Zahlen. Der VDIK ist ideeller Träger der AMI. Die Messe bekomme den Trend schwindenden Publikumszuspruchs zu spüren, mit dem viele europäische Automobilmessen zu kämpfen haben. „Wir werden diesem Trend entgegenwirken und zusammen mit den Ausstellern entsprechende Konzepte auf den Weg bringen“, kündigte Lange an ohne Details zu nennen.

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Bereits am Mittwoch war die Werkstattmesse Amitec zu Ende gegangen, die bereits seit Jahren mit einem deutlichen Ausstellerschwund zu kämpfen hatte. Für diese Spezialmesse hatten die Messeverantwortlichen noch 31.000 Besucher ausgewiesen. Das waren knapp 12.000 Interessenten weniger als vor zwei Jahren, was in etwa dem Besucherrückgang zur Halbzeit von 13.000 Gästenentsprochen hatte.

Erklärungen für den Rückgang gibt es viele: Neben dem unglücklichen Auftakt an einem Brückentag-Wochenende, dürfte auch das heiße Pfingstwochenende nicht unbedingt zum Verweilen in den Messehallen eingeladen haben. Dazu fehlten neben viele Marken auch echte Premieren-Zugpferde. Vor zwei Jahren hatten zudem rund 40 Prozent der Besucher auch der dritte Teilmesse, der Amicom, einen Besuch abgestattet, die sie teilweise grundsätzlich zum Besuch des Messegeländes veranlasst hatte.

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Dabei setzt die AMI immer wieder neue Akzente. In diesem Jahr lockte etwa die Sonderschau „Luxusmobile“ mit bis zu 1,3 Millionen Euro teuren Einzelstücken. Auch begleitende Angebote wie die Spritspar-Übungen, der Offroad-Parcours oder Probefahrten werden weiterhin gut genutzt. Insofern zeigte sich Martin Buhl-Wagner, Sprecher der Geschäftsführung der Leipziger Messe, „mit dem Messeverlauf zufrieden“. Dazu kam die seit Donnerstag laufende Sonderschau „AMI meets Wave-Gothik“, die das auf 20.000 Fans geschätzte Publikum der schwarz-alternativen Szene ansprechen sollte, das traditionell zum Wave-Gotik-Treffen an Pfingsten nach Leipzig kommt.

Trotz des Besucherrückgangs äußerten sich Vertreter der Aussteller positiv über den Messeverlauf. Skoda-Geschäftsführerin Imelda Labbé berichtete von einem interessierten Publikum. Auch für Mitsubishi-Deutschland-Chef Werner H. Frey hat es sich gelohnt, mit dem Fabrikat nach mehrjähriger Abstinenz wieder teilgenommen zu haben: „Das Interesse, besonders am Plug-in Hybrid Outlander war riesig, was sich auch an der Zahl der Testfahrten gezeigt hat“. Auch Roland Krüger, Leiter Vertrieb Deutschland der BMW Group, berichtet von positiven Reaktionen des Publikums auf die Produkte von BMW.

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Für rund 90 Prozent der Besucher hat sich die AMI laut einer Umfrage der Messegesellschaft gelohnt, ein Wiederbesuch im Jahr 2016 sei fest eingeplant. 75 Prozent der Privatbesucher fahren neben der AMI zu keiner anderen Automesse. Das Durchschnittsalter des Messepublikums lag den Angaben zufolge bei 33 Jahren, der Fachbesucheranteil bei über 30 Prozent. Jeder zweite Besucher habe einen Anreiseweg von mehr als 100 Kilometern auf sich genommen, wobei jeder zehnte Messebesucher aus dem Ausland gekommen sei. Die nächste AMI findet vom 4. bis 12. Juni 2016 statt.

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