AMS kürt „Beste Autos 2012“

Redakteur: Gerd Steiler

VW, Audi, Mercedes, BMW und Porsche fahren je zwei Klassensiege ein. Italiener und Briten räumen bei der Importwertung ab. BMW ist die beliebteste deutsche Automarke. Der Paul-Pietsch-Preis 2012 geht an den Peugeot 3008 Hybrid4.

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Durchmarsch an die Spitze: Der neue VW Up gewinnt auf Anhieb die Mini-Wertung bei der AMS-Leserwahl „Beste Autos 2012“.
Durchmarsch an die Spitze: Der neue VW Up gewinnt auf Anhieb die Mini-Wertung bei der AMS-Leserwahl „Beste Autos 2012“.
( VW )

Autos deutscher Hersteller sind weiterhin mit Abstand die beliebtesten Automodelle in Deutschland: Bei der Leserwahl „Die besten Autos 2012“ des Magazins „Auto Motor und Sport“ (AMS) siegten in zehn Kategorien jeweils zweimal die Marken VW, Audi, Mercedes-Benz, BMW und Porsche. Importmarken schafften lediglich in den Kategorien Minicars und Kleinwagen einen zweiten und zwei dritte Plätze.

Laut einer aktuellen Pressemitteilung kürte das Magazin die Sieger am Donnerstag im Beisein von über 400 Automanagern in Stuttgart. Gäste der Sieger-Gala waren unter anderem VW-Konzernchef Martin Winterkorn, Audi-Chef Rupert Stadler, BMW-Chef Norbert Reithofer, Mercedes-Chef Dieter Zetsche und Porsche-Chef Matthias Müller.

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An der Leserwahl „Beste Autos 2012“ beteiligten sich den Angaben zufolge mehr als 116.000 Leser von „Auto Motor und Sport“. Das waren 23.000 Leser mehr als bei der Wahl 2011 und so viele wie seit elf Jahren nicht mehr. Zur Wahl standen alle 311 Baureihen, die aktuell in Deutschland angeboten werden, darunter 44 komplett neue und 32 überarbeitete Modelle. Dabei siegten in der Gesamtwertung wie im Vorjahr ausschließlich deutsche Hersteller. Allerdings waren die Siege deutlich stärker verteilt als im Vorjahr, als der VW-Konzern noch sechs Siege (vier für Audi, zwei für VW) auf sich vereinigen konnte.

Durchmarsch für den VW Up

Die größte Überraschung der Leserwahl war der Durchmarsch des neuen VW Up in der Miniklasse. Der Up verdrängte mit einer Zustimmung von 35,1 Prozent auf Anhieb den Dauersieger Mini, der von 39,6 auf 25,1 Prozent abrutschte und damit Rang zwei belegt. Verluste gab es auch für den Fiat 500, dessen Zustimmung von 19,0 auf 13,0 Prozent sank und der damit auf Platz drei kam. VW landete zudem in der Van-Kategorie mit Multivan, Sharan und Touran einen Dreifachsieg.

Deutlich verbessern konnte sich Porsche: Während die Zuffenhausener im vergangenen Jahr keinen Sieg landeten, wählten die Leser in diesem Jahr den Panamera in der Luxusklasse auf Platz eins vor dem Audi A8, der vergangenes Jahr noch knapp vorne lag. Bei den Sportwagen setzte sich der Porsche 911 mit 28,5 Prozent klar durch und verdrängte Vorjahressieges Mercedes SLS AMG.

Audi setzte sich ebenfalls zweimal an die Spitze. In der Kleinwagenklasse erhielt der A1 eine Zustimmung von 37,9 Prozent und verwies den VW Polo auf Rang zwei (28,7 %). Siegreich war Audi zudem in der Mittelklasse mit dem A4/A5, der mit 24,9 Prozent allerdings nur ganz knapp vor der Mercedes C-Klasse liegt (24,6 %).

Mercedes-Benz wiederholte seine beiden Vorjahressiege und setzte sich klar durch in der Cabrio-Wertung mit dem SLS AMG Roadster. Bei den Geländewagen gelang Mercedes mit M-Klasse und G-Klasse ein Doppelsieg. BMW konnte sich wie im Vorjahr zweimal durchsetzen und siegte in der Golf-Klasse mit dem Einser vor Golf und Audi A3, sowie mit dem Fünfer in der oberen Mittelklasse.

Importwertung: Italiener und Briten räumen ab

Als beliebteste Importeure in Deutschland wählten die AMS-Leser italienische und britische Automarken. In den zehn Kategorien siegten jeweils viermal Autohersteller aus Italien und Großbritannien. Dabei sind Ferrari und Alfa Romeo die erfolgreichsten Importmarken.

Ferrari setzte sich in der Importwertung mit dem 458 Spider in der Cabrio-Wertung durch und verwies mit einer Zustimmung von 20,9 Prozent den Aston Martin Volante (9,1 %) klar auf Rang zwei. Siegreich war Ferrari auch in der Sportwagen-Kategorie mit dem 458 Italia, der den Lamborghini Aventador hinter sich ließ. Den Erfolg italienischer Marken komplettiert Alfa Romeo. Der Giulietta siegte klar in der Kompaktklasse und mit dem MiTo bei den Kleinwagen. Sieglos blieb dagegen die Traditionsmarke Fiat.

Stark schnitten zudem Marken von der Insel ab. Bei den Minicars setzte sich zum wiederholten Male der Mini mit 38,9 Prozent Zustimmung durch, vor Fiat 500 und Toyota iQ. In der oberen Mittelklasse machte der Jaguar XF das Rennen, in der Luxusklasse setzte sich der Aston Martin Rapide durch. Klar in britischer Hand bleibt die Importwertung der Geländewagen. Hier schaffte Land Rover einen Dreifachsieg mit seinen Modellen Range Rover Evoque, Range Rover und Range Rover Sport.

Zufrieden sein kann auch die VW-Auslandsabteilung. Denn erneut schafften die Auslandstöchter Seat und Skoda einen ersten Platz. Der Seat Alhambra setzte sich bei den Vans an die Spitze und konnte zum zweiten Mal hintereinander den Renault Espace besiegen, der die Van-Wertung über Jahre hinweg dominierte. Skoda setzte sich mit dem Superb in der Mittelklasse durch. Das Familienauto liegt mit 22,4 Prozent klar vor dem Volvo S60 (14,5 %).

BMW ist beliebteste deutsche Automarke

Als beliebteste Automarke Deutschlands ging bei der AMS-Leserwahl BMW durchs Ziel. 53 Prozent der befragten Autofahrer sagten „Ich mag die Marke“, so viele wie bei keiner anderen Automarke im Land. Damit hat BMW in den vergangenen Jahren sein Image kräftig verbessert und Audi als beliebteste Automarke Deutschlands abgelöst. Audi kommt derzeit auf 51 Prozent Zustimmung.

Porsche liegt auf der Beliebtheitsskala weiter auf Rang drei, konnte sich aber kräftig verbessern. Porsche legte um fünf Prozentpunkte zu und kommt jetzt auf 45 Prozent Zustimmung. Dahinter folgen Mercedes (38 %) auf Platz vier sowie als beste Volumenmarke VW (30 %) auf Rang fünf. Alfa Romeo als bester Importeur folgt auf Platz sechs (17 %).

Nicht erholen konnte sich die Marke Toyota von der Rückrufwelle 2010. Damals waren Imagewerte und Urteile wie Zuverlässigkeit abgestürzt. Bei der aktuellen Leserwahl konnte sich Toyota lediglich stabilisieren. So halten nur 18 Prozent der befragten Autofahrer Toyota für eine Marke mit fortschrittlicher Technik. Im Vergleich dazu erhält BMW 64 Prozent Zustimmung zu dieser Aussage. Selbst die Toyota-Fahrer sind nicht voll von ihrer Marke überzeugt. 53 Prozent der Toyota-Fahrer attestieren ihrer Marke fortschrittliche Technik, zwei Prozent weniger als vergangenes Jahr. In der Kategorie Zuverlässigkeit konnte Toyota leicht zulegen von 17 auf 19 Prozent. Nur in Sachen Umweltimage sind die Japaner weiterhin an der Spitze: Mit 38 Prozent liegt Toyota in der Kategorie umweltfreundliche Technik vorn, vor VW (33 %) und BMW (32 %).

Peugeot erhält Paul-Pietsch-Preis 2012

Der Paul-Pietsch-Preis 2012 der Motor Presse Stuttgart geht in diesem Jahr an den französischen Autohersteller Peugeot. Ausgezeichnet wurde der Peugeot 3008 Hybrid4 als weltweit erstes Serienfahrzeug mit Diesel-Hybrid. Autojournalisten aus 26 Ländern honorierten mit dem Preis den neuen technischen Ansatz des Autos. Der Peugeot 3008 Hybrid4 wird an den Vorderrädern von einem Zweiliter-Diesel mit 163 PS angetrieben. An den Hinterrädern sorgt ein 37 PS starker Elektromotor für zusätzlichen Schub. Dadurch ergibt sich eine Systemleistung von 200 PS und ein Allradantrieb ohne mechanische Achsenverbindung. Der Normverbrauch liegt Herstellerangaben zufolge bei 3,8 Litern auf 100, der CO2-Ausstoß bei 99 Gramm pro Kilometer. Eine Start-Stopp-Technik der zweiten Generation und ein elektronisch gesteuertes sequentielles Schaltgetriebe tragen wesentlich zur Verbrauchsreduzierung bei.

Peugeot wird bereits zum zweiten Mal mit dem Paul-Pietsch-Preis ausgezeichnet. Schon im Jahr 2000 gewann der französische Automobilhersteller für die Entwicklung eines Diesel-Rußpartikelfilters die begehrte Innovationstrophäe. Der Paul-Pietsch-Preis wird seit 1989 zu Ehren des Gründers der Motor Presse Stuttgart und des Magazins „Auto Motor und Sport“, des Rennfahrers Paul Pietsch, vergeben. 25 Journalisten der AMS-Redaktion sowie von 25 internationalen Partnerzeitschriften bilden die Jury. Der mit 12.500 Euro dotierte Preis wird jährlich für herausragende, innovative Entwicklungen im Automobilsektor vergeben, die sich bereits in der Serienproduktion etabliert haben.

Die Klassensieger im Überblick

  • Minis: VW Up
  • Kleinwagen: Audi A1
  • Kompaktklasse: BMW 1er
  • Mittelklasse: Audi A4/A5
  • Obere Mittelklasse: BMW 5er
  • Luxusklasse: Porsche Panamera
  • Cabrios: Mercedes SLS AMG Roadster
  • Sportwagen: Porsche 911
  • Geländewagen: Mercedes M-Klasse
  • Vans: VW Multivan

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