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Analoge Instrumente: Die Tage sind gezählt

| Autor / Redakteur: sp-x / Jakob Schreiner

Vom Analogtacho über Digifiz bis zum frei konfigurierbaren Cockpit: Die Entwicklung der Anzeigen im Auto innerhalb gut eines Jahrhunderts ist enorm. In den kommenden Jahren geht es aber noch schneller weiter.

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Continental hat das Head-up-Display weiterentwickelt.
Continental hat das Head-up-Display weiterentwickelt.
(Bild: Continental)

Der Fahrer will die immer vielfältigeren Funktionen seines Autos nutzen und muss sie überwachen. Daher wird das Cockpit zur echten Kommunikationszentrale zwischen Auto und Fahrer. Und dafür braucht es mehr als die Zeiger und bunten Lämpchen der vergangenen Jahrzehnte. Ein Rückblick und Ausblick auf die Anzeigen im Auto.

Die ersten Automobile mussten mit dem Popometer als Geschwindigkeitsmesser auskommen. Als Erfinder des Tachos im Auto gilt Otto Schulze, der 1902 das Patent für den Wirbelstromtacho erhielt. Mit Hilfe einer Welle wurde die Drehzahl des Rades oder des Getriebes zum Tacho übertragen, wo sie einen Magneten in Drehung versetzte, der wiederum eine Scheibe mit einem darauf befestigten Zeiger entsprechend bewegte.

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1935 wurde in Deutschland die Tachopflicht eingeführt. Mit dem Fortschritt hielten weitere Instrumente Einzug ins Cockpit, etwa zur Mitte der vergangenen Jahrhunderts waren in einem Vorgänger heutiger Kombiinstrumente Funktionen wie Tacho, Kilometerzähler oder Tankanzeige in einem Instrument zusammengefasst. Später ersetzte ein elektrischer Tacho die mechanische Verbindung.

Digitaltachos seit den 1980er Jahren

Dabei war der Tacho in der Vergangenheit nicht immer rund: Opel setzte beispielweise beim Kapitän und Volvo beim Amazon einen horizontalen Bandtacho ein, Mercedes beim W110 einen vertikalen Walzentacho. Als sich die Welt in den 1980ern immer mehr digitalisierte, hielten Digitaltachos ins Auto Einzug, die aus heutiger Sicht regelrechte Mäusekinos sind. Zum Beispiel gab es ab Ende der 1980er Jahre das so genannte Digitale Fahrer-Informationszentrum als Sonderausstattung für VW Golf II und Jetta II, heute ist das Digifiz ein gesuchtes Teil bei VW-Fans. Kleinteilige, bunte Digitalanzeigen fanden sich in den 1980ern auch bei Opel, zum Beispiel im Kadett E oder im Sportcoupé Monza.

Heute blickt der Fahrer eines modernen Fahrzeugs auf ein digitales Cockpit: Autohersteller wie Audi, VW, Mercedes, BMW oder Volvo tauschen die mechanischen Uhren hinter dem Lenkrad durch frei konfigurierbare Bildschirme, die auf Wunsch großflächig Navigationsdaten, Fahrinformationen oder den Status der Assistenzsysteme aufbereiten – je nachdem, was gerade angebracht ist.

So zum Beispiel beim Mercedes-System MBUX in der A-Klasse, dessen extrem breiter Bildschirm sich über die Hälfte des Armaturenbrettes erstreckt. Direkt vor dem Fahrer liegt eine frei konfigurierbare Tacho-Darstellung, die sich über zwei Touchpads auf dem Lenkrad bedienen lässt. Der rechte Teil des im Serienumfang enthaltenen Widescreens ist unter anderem für das Infotainment zuständig.

Mit den Bildschirmen wollen die Autohersteller auch dem speziellen Informationsbedürfnis immer stärker automatisierter Fahrzeuge gerecht werden. Wer an den fahrenden Computer übergibt, will über die Handlungen des Autopiloten informiert sein. Künftig geben die großen Touchscreens auch haptisches Feedback, wie es beispielsweise der Zulieferer Bosch vorgestellt hat. Die auf dem Touchscreen dargestellten Tasten fühlen sich wie realistische Knöpfe an, so dass der Fahrer sie ablenkungsfrei bedienen kann.

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