Analoge Instrumente: Die Tage sind gezählt

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Eine deutliche stärkere Verbreitung dürfte künftig auch das seit Anfang der Nullerjahre in Großserie im Auto erhältliche Head-up-Display finden, das es bereits in einfacher Ausführung bis in die Kleinwagenklasse geschafft hat. Der nächste Schritt zur Weiterentwicklung der Anzeige im Blickfeld des Fahrers ist die Integration von Augmented Reality, was übersetzt erweiterte Realität bedeutet. Das Head-up-Display wird hierbei genutzt, um im Sichtfeld des Fahrers virtuelle Hinweise einzuspielen, die sich in seine Straßenansicht einfügen.

Zum Beispiel könnte der Navi-Hinweis an einer unübersichtlichen Kreuzung künftig aus Fahrersicht quasi direkt auf der Straße angezeigt werden: Der Abbiegepfeil liegt scheinbar direkt auf der Spur, die der Fahrer nutzen soll und er muss ihm nur noch folgen. Auch Warnungen vor Gefahrenstellen können direkt auf der Fahrbahn erscheinen. In Fahrtpausen könnte der Fahrer sich auf die Windschutzscheibe seine eingegangenen E-Mails anzeigen lassen. Für den von Volkswagen für 2019 angekündigten Elektro-Kompakten I.D. Ist beispielsweise der Einsatz eines Head-Up-Displays mit Augmented Reality geplant.

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Hoher Platzbedarf als Herausforderung

Schon konventionellen Head-up-Displays benötigen relativ viel Bauraum für das aufwendige Spiegel- und Linsensystem, das die Informationen in die Windschutzscheibe projiziert. Sollen Informationen wie aktuelle Geschwindigkeit oder Navi-Anweisungen dann auch noch über einen Großteil der Scheibe laufen und zudem mit AR-Elementen angereichert werden, wächst der Platzbedarf auf rund 30 Liter – deutlich zu viel für die meisten Armaturentafeln.

Continental hat das Spiegelkabinett daher durch ein System aus Lichtwellenleitern ersetzt, die das Licht ebenfalls über Eck vom Beamer auf die Scheibe leiten, aber nur rund ein Drittel des Platzes benötigen. Der Zulieferer will die Entwicklung von Head-up-Displays mit AR-Technik nun vorantreiben, einen Zeitpunkt für den Einsatz im Fahrzeug nennt er aber nicht. Die Einsatzmöglichkeiten jedenfalls wären vielfältig: Von in der richtigen Perspektive auf die Straße projizierten Navi-Pfeilen bis zur Markierung von möglichen Gefahrenstellen reicht das Potenzial.

Noch in weiterer Zukunft ist eine 3-D-Darstellung auf den Displays oder eine Darstellung von Informationen und Schaltflächen als Hologramme, die frei im Raum schweben, wie es BMW 2017 vorgestellt hat. Ein Ultraschallimpuls aus einer Art Lautsprecher gibt dem Nutzer Rückmeldung in Form spürbarer Welle, wenn er einen der virtuellen Schalter betätigt.

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