Analyse: Onlinegeschäft nahe an Vorkrisenniveau

Autor: Martin Achter

Während der harten Corona-Beschränkungen war das Onlinebusiness des Kfz-Gewerbes drastisch eingebrochen. Jetzt steigt die Nachfrage der Kunden zumindest wieder in die Nähe des Vorjahresniveaus, wie eine Analyse des Dienstleisters Pixelconcept zeigt. Allerdings gibt es noch immer eine Schwachstelle.

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Abbau der Bestände: Das Onlinegeschäft des Handels erreicht wieder Vorkrisenniveau.
Abbau der Bestände: Das Onlinegeschäft des Handels erreicht wieder Vorkrisenniveau.
(Bild: Achter/»kfz-betrieb«)

Die Nachfrage von Kunden im Onlinegeschäft des Automobilhandels hat einer Marktanalyse zufolge bald wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Das Volumen der Fahrzeuganfragen, die Onlinenutzer an Händler über deren Websites richten, lag im Juni bei 92 Prozent des Vorjahresniveaus. Das geht aus einer exklusiven Auswertung des Softwareplattform-Anbieters Pixelconcept mit Sitz in Kassel für »kfz-betrieb« hervor. Anhand der Daten werden aber auch Schwachstellen deutlich.

Der Analyse von Pixelconcept zufolge hatte sich das Volumen der Onlineleads von Händlerwebsites während der Ausgangsbeschränkungen in den vergangenen Monaten zeitweise halbiert. Im April lag es bei 48 Prozent des Vorjahresniveaus. Seitdem erholt sich die Nachfrage aber Stück für Stück.

Verbessert hat sich während der Coronakrise den Daten zufolge die Reaktionsgeschwindigkeit der Händler – hier sind auch weitere Steigerungen zu verzeichnen. Während Händler im April 2019 noch im Schnitt 7,7 Stunden brauchten, um einen Onlinelead zu bearbeiten, waren es im April 2020 rund 2,8 Stunden (Stichtaguntersuchung). Diese Zeitspanne sank bis Juni nochmals, und zwar auf 2,5 Stunden.

Leadbearbeitung schwächer

Allerdings bearbeitet der Handel Onlineleads nach wie vor weniger zuverlässig als noch im Vorjahr. Während die Antwortrate auf Kundenanfragen im April 2019 (Stichtaguntersuchung) bei 99 Prozent lag, erhielten im April dieses Jahres nur 88 Prozent der Fahrzeuginteressenten eine Antwort. Bis zum Juni stieg die Quote leicht auf 90 Prozent an. Womöglich hängen die schwächeren Antwortquoten noch mit Kurzarbeit in der Branche zusammen.

Pixelconcept wertete für die Untersuchung die Daten von 84 ausgewählten Autohausgruppen und Händlern aus. Aus Gründen der Vergleichbarkeit und Aussagekraft flossen nur die Informationen von Unternehmen ein, die 2019 und 2020 Kunden des Kasseler Betreibers der Plattform Automanager waren und neben ihrer Website auch ihr Leadmanagement über dessen Systeme abbildeten.

Vertreten in der Analyse waren außerdem nur Betriebe mit Firmensitz in Deutschland. Die Daten basieren auf einem Bestand von 7.583 Bestandsfahrzeugen (2019: 6.350). In die Auswertung flossen nur Anfragen per E-Mail ein, nicht aber Telefonanrufe.

Bestände bei Händlern schrumpfen

Torben Ullmann, Inhaber und Geschäftsführer von Pixelconcept, liest an den Daten verschiedene Entwicklungen ab: „Das Geschäftspotenzial ist seit dem Ende der Ausgangsbeschränkungen wieder auf Vor-Corona-Niveau gestiegen.“ Tageweise liege es sogar um bis zu 30 Prozent über Vorjahresniveau. Außerdem bewirkten die aktuellen Verkäufe der Händler, dass deren Bestände schrumpften. „Besonders erfreulich: Endkunden werden seit Corona deutlich schneller kontaktiert.“

Ähnliche Marktbewegungen wie Pixelconcept verzeichnet derzeit die Neuwagenplattform Carwow. Im Juni dieses Jahres versendete der Anbieter im Auftrag von Autohäusern 75 Prozent mehr Neuwagenangebote als im Vorjahresmonat. Im April hatte das gesamte Volumen der Angebote nur 80 Prozent des Vorjahresniveaus erreicht.

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Ressortleiter Management & Handel / »kfz-betrieb«