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Andreas Senger erhält posthum den „Executive Circle Award 2020“

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Mit Tochter Stefanie und Sohn Jörg rückte 2019 die dritte Generation der Unternehmerfamilie in die Geschäftsführung nach. Ihr Großvater Egon Senger eröffnete 1953 eine Daimler-Benz-Vertragswerkstatt und unterzeichnete 1958 Händlerverträge mit der Daimler-Benz AG und der Auto-Union. 1978 kam der Händlervertrag für Porsche hinzu. 1995 ist der Firmengründer, Großvater und Vater verstorben.

Auf die Frage, wie es mit ihm und der dritten Generation ab 2019 weitergehen soll, antwortete Andreas Senger: „Unser gemeinsames Ziel ist es, eine strategische Größe zu erreichen, mit der wir alle Herausforderungen der Zukunft meistern können. Dabei ist es egal, ob man Nummer drei oder sechs in einem Ranking ist.“

Andreas Senger erhält posthum den „Executive Circle Award 2020“
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Im Februar 2020 gab der Preisträger sieben Millionen Euro für den Neubau eines Porsche-Zentrums frei. Weitere 15 Millionen stehen für den Neubau eines Leuchtturm-Standorts der Marke Mercedes-Benz parat. Zehn Millionen lässt sich der Unternehmer ein neues Karosserie- und Lack- sowie Logistikzentrum kosten. „Für uns sind beide Bauprojekte eine wichtige Investition in die Zukunft“, sagte Andreas Senger zum Start ins neue Jahrzehnt. Schließlich sei zukunftsorientiertes Handeln einer der Kernwerte des familiengeführten Konzerns.

Soziales Engagement in den jeweiligen Regionen vor Ort

Der Preisträger hatte aber nicht nur das eigene Geschäft im Blick. In einem Interview sagte Andreas Senger einmal: „Gerade beim sozialen Engagement geht es darum, etwas in dem Maße zurückzugeben, in dem man es selbst bekommen hat. Wir werden immer dort tätig, wo wir selbst vor Ort sind. Wir möchten in unseren Regionen einen Beitrag leisten und als Unternehmen präsent sein.“

Neben seinem breit angelegten gesellschaftlichen Engagement in den verschiedenen Regionen des Unternehmens engagierte sich der Preisträger von 2011 bis 2017 auch im Vorstand des Zentralverbands Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK), zudem war er viele Jahre im Verband der Mercedes-Benz Vertreter (VMB) aktiv.

Andreas Senger maß Erfolg im Automobilhandel nicht nur an der Zahl der verkauften Fahrzeuge. Im vergangenen Jahr präsentierte er auf dem Executive Circle seine Vorstellungen vom Service-Business der Zukunft. Während seines Vortrags auf der Steinburg in Würzburg vertrat er unter anderem folgende These: „Wenn wir alle mit derselben Professionalität unser Servicegeschäft managen würden, wie wir das im Neu- und Gebrauchtwagenverkauf tun, dann würden wir zuerst bei der Kundenzufriedenheit und anschließend beim Ertrag so viel mehr zulegen, wie wir es trotz millionenschwerer Investitionen im Vertrieb nie erreichen können.“

Covid-19: Mit 65 Jahren ging die Lebensgeschichte zu Ende

Am Osterwochenende 2020 ist Andreas Senger im Alter von 65 Jahren an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus verstorben. »kfz-betrieb«-Chefredakteur Wolfgang Michel überreichte die Auszeichnung im Rahmen des Executive Circle 2020 an seine Kinder Stefanie und Jörg mit den Worten: „Mit dem Executive Circle Award 2020 würdigt die Redaktion das herausragende Lebenswerk eines großen Automobilhändlers in Deutschland. Die Entwicklung der Senger-Gruppe von 1984 bis 2020 und damit das Lebenswerk von Andreas Senger ist mehr als eindrucksvoll. Bei Andreas Senger verspürte man bei jedem Satz, mit welchem Engagement er seine Autohausgruppe weiterentwickelte und dabei an jeder noch so kleinen analogen und digitalen Stellschraube drehte. Durch seinen plötzlichen Tod haben Sie Ihren Vater und das Kfz-Gewerbe einen großen Unternehmer verloren. Andreas Senger hat den Executive Circle Award für sein Lebenswerk mehr als verdient!“

Stefanie und Jörg Senger kommentierten die Auszeichnung wie folgt: „Wir freuen uns sehr und sind gerührt über die posthume Auszeichnung für das Lebenswerk unseres Vaters. Sie wird einen besonderen Platz in unserem Unternehmen erhalten, an dem sie immer an ihn erinnern wird.“

»kfz-betrieb« vergab die Auszeichnung beim „Executive Circle“, einem Forum für die großen Autohändler Deutschlands. Der Executive Circle fand zum sechsten Mal statt. In diesem Jahr nicht wie sonst üblich auf Schloss Steinburg in Würzburg, sondern als Digital-Konferenz. Die Veranstaltung wurde live aus dem Vogel Convention Center übertragen. Zum Executive Circle, lädt die Medienmarke ausschließlich die oberste Führungsebene der großen Autohändler Deutschlands ein. Ziel dieser Veranstaltung ist es, den markenübergreifenden Austausch herzustellen und hoch qualifizierte Kompetenzen zu vernetzen. In diesem Jahr wurde der Executive Circle 2020 von der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) unterstützt.

Executive Circle Award: Die Preisträger des der vergangenen Jahre

Im vergangenen Jahr zeichnete »kfz-betrieb« Helmut Peter mit dem „Executive Circle Award 2019“ aus. In den zurückliegenden 30 Jahren hat der heute 62-jährige Kfz-Meister eine eindrucksvolle Mehrmarken-Autohausgruppe entwickelt.

2018 erhielt Thomas Koch den „Executive Circle Award 2018“. Gemeinsam mit zwei Freunden, gründete Koch 1993 in Berlin sein Autohandelsunternehmen. Die Ausstellungshalle auf dem notdürftig mit Kies aufgefüllten Areal war ein Zelt, das Büro in einem Container untergebracht, die Werkstatt um die Ecke angesiedelt. Im ersten Jahr verkaufte das Unternehmen 150 Fahrzeuge. Heute hat die Koch Gruppe Automobile AG insgesamt sechs Marken im Neuwagen-Portfolio die sich über insgesamt 16 Standorte verteilen.

2017 ging die Auszeichnung für das Lebenswerk an Jürgen Tauscher. Vom Azubi über den Automobilverkäufer hat er es bis an die Vorstandspitze der Fahrzeug-Werke Lueg AG geschafft.

2016 erhielt den Executive Circle Award der Niederbayer Franz Xaver Hirtreiter. Der früherer Tageszeitungsverleger und heutige Inhaber der AVP-Autohausgruppe wurde für sein Lebenswerk als Quereinsteiger im Automobilhandel geehrt.

Erster Preisträger des Executive Circle Award war im Jahr 2015 Burkhard Weller. Den Ursprung der heutigen Wellergruppe bildete die 1979 in Osnabrück gegründete Autoweller GmbH & Co. KG. Dort startete Weller mit zwei Mitarbeitern als Toyota-Vertragshändler, GM-Importeur und Harley-Davidson-Händler.

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Über den Autor

 Wolfgang Michel

Wolfgang Michel

Chefredakteur »kfz-betrieb«