Angriff der Elektro-Newcomer: Welche Tesla-Nachahmer in den Startlöchern stehen

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Wohl nur wenige haben vor zehn Jahren geglaubt, dass Tesla zum Weltkonzern aufsteigen wird. Mittlerweile glauben sehr viele daran, dass sich dieser Erfolg wiederholen könnte, und eifern dem Elektro-Pionier nach. Manche kämpfen jedoch schon wieder gegen das Aus.

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Lucid Motors will mit dem Modell „Air“ in eine neue Region der Elektromobilität vorstoßen.
Lucid Motors will mit dem Modell „Air“ in eine neue Region der Elektromobilität vorstoßen.
(Bild: Lucid Motors)

Der kometenhafte Aufstieg von Tesla hat vor allem eines gezeigt: Auch wenn den Auto-Weltmarkt Toyota, VW und Ford beherrschen, haben Start-ups eine Chance, neue und global erfolgreiche Marken zu etablieren. Möglich macht das vor allem die von den etablierten Playern lange vernachlässigte E-Mobilität. Sie verlockt viele Investoren dazu, in immer neue Start-ups zu investieren, die dann vielleicht ähnlich wie Tesla zu einer Marke mit Weltruf aufsteigen. Die Mobilität von morgen ist elektrisch und damit die Verlockung groß, mit diesem Paradigmenwechsel neue Chancen im Markt zu nutzen.

Viel Potenzial für einen Aufstieg à la Tesla steckt unter anderem im US-Autobauer Rivian. Erst 2018 fuhr der bereits 2009 gegründete Newcomer mit dem Pick-up-Konzept R1T und dem SUV R1S in das Bewusstsein der Öffentlichkeit und erntete dabei reichlich Applaus. Mit schickem Design, alltagstauglicher Reichweite und einigen Innovationen konnte das Allrad-Duo bei der Kernzielgruppe, dem amerikanischen Autokäufer, viele Begehrlichkeiten wecken.

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Mindestens so eindrucksvoll wie die Autos sind auch die Namen der Investoren und ihre bereits bereitgestellten Summen. Rivian hat unter anderem von Ford, Blackrock und Amazon Millionenbeträge einsammeln können. Zuletzt hat sich das Unternehmen im Juli eine 2,5 Milliarden Dollar schwere Investitionsrunde gesichert. Darüber hinaus gibt es mit Amazon bereits einen Großkunden, denn für den Online-Handelsriesen, der bis 2040 CO2-neutral werden will, soll Rivian 100.000 elektrische Lieferwagen produzieren.

Sicher ist auch, wo Rivian seine Autos bauen wird, denn 2017 hat das Unternehmen eine seit längerem still liegende Mitsubishi-Fabrik im US-Bundesstaat Illinois erworben, die seither für die Produktion elektrischer Autos umgebaut wird. Eigentlich sollten von dort bereits ab Ende 2020 die ersten Serien-Rivian zu den Kunden rollen, doch aufgrund der Corona-Krise wird sich der Marktstart nach jüngsten Aussagen des Unternehmens auf das kommende Frühjahr verschieben. Dann wird sich zeigen, ob die Fahrzeuge von Rivian auch auf der Straße so viel Eindruck wie bei ihrer Messepremiere schinden können.

Pick-up mit speziellem Antriebskonzept

Ebenfalls im Besitz einer Fabrik und ebenfalls mit einem für amerikanische Autokunden verheißungsvollen E-Pick-up für 2021 in den Startblöcken steht Lordstown Motors. Das vergleichsweise junge Start-up hat den mächtigen Pick-up Endurance im Juni offiziell vorgestellt. Der umgerechnet rund 44.500 Euro teure Kleinlaster mit über 400 Kilometer Reichweite bietet mit seinen vier Radnabenmotoren ein ungewöhnliches Antriebskonzept, bei dem sich erst noch zeigen muss, ob sich diese Technik beim Kunden durchsetzen wird.

Wie bei Rivian hat auch Lordstown eine leerstehende Autofabrik übernommen. Es handelt sich um ein großes Autowerk in Lordstown/Ohio, dass die gleichnamige Marke vergangenes Jahr von General Motors übernommen hat. Darüber hinaus verfolgt das Unternehmen ehrgeizige Pläne, um sich die für den 2021 geplanten Marktstart benötigten finanziellen Mittel zu beschaffen. So soll ein noch für dieses Jahr angekündigter Börsengang 675 Millionen Dollar in die Kassen spülen.

Hoffnung auf Unterstützung der US-Regierung

Außerdem deutet sich eine Unterstützung durch die Trump-Administration an. Bei der Premiere des Endurance in Lordstown waren neben dem Trump-Vize Mike Pence auch Energieminister Dan Brouillette anwesend. Laut US-Medien ist Lordstown ein möglicher Kandidat für ein Darlehen aus dem Energieministerium in Höhe von 250 Millionen Dollar. Mit einer ähnlichen Finanzspritze hat einst Tesla den Bau des Model S gestemmt. Bereits für 2022 plant Lordstown eine Jahresproduktion von mehr als 30.000 Pick-ups. Beim Endurance soll es nicht bleiben, denn CEO Steve Burns will wohl auch ein elektrisch angetriebenes SUV bauen.

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