Antriebstechnik: Strom aufwärts

Mit dem Plug-in-Hybrid projiziert die Automobilindustrie mit EU-Hilfe ihr traditionelles Geschäftsmodell in die Zukunft. Tonnenschwere SUVs werden zu Verbrauchswundern – doch ob die Umwelt wirklich davon profitiert, ist fraglich.

| Autor: Jan Rosenow

Verbrennungsmotor, Getriebe, Generator, Elektromotor, Batterie: Der Volvo S60 T8 Twin Engine zeigt, dass der Plug-in-Hybrid das aufwendigste Antriebskonzept überhaupt ist.
Verbrennungsmotor, Getriebe, Generator, Elektromotor, Batterie: Der Volvo S60 T8 Twin Engine zeigt, dass der Plug-in-Hybrid das aufwendigste Antriebskonzept überhaupt ist. (Bild: Volvo)

Audi A8, BMW X5, Volvo XC90 oder Mercedes-Benz E-Klasse – hoch motorisierte Limousinen und SUVs gelten heute als die Vorreiter klimaschonender Mobilität. Automobiles Knäckebrot wie das frühere Drei-Liter-Auto von Volkswagen interessieren heute niemanden mehr. Warum sollte die Automobilindustrie ihren Kunden schließlich Verzicht abverlangen, wenn sie die Emissionsziele auch mit zwei Tonnen schweren Luxusmobilen einhalten kann?

Mit dem Plug-in-Hybrid ist das möglich. Um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen, wertet die EU bis 2030 die CO2-Emission von elektrisch angetriebenen Autos mit null Gramm – auch wenn diese mit Kohlestrom gespeist werden. Dank dieser Regelung schaffen selbst Luxuskarossen wie der BMW 745 e einen CO2-Ausstoß von gerade einmal 48 Gramm pro Kilometer. Ob der Kunde im Alltag wirklich auf solche Fabelwerte kommt, das prüft niemand nach.

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