Antriebstechnik: Wiener Delikatessen

Autor / Redakteur: Jürgen Goroncy / Jan Rosenow

Vor mehr als 1.000 Motorenexperten ging es beim 38. Wiener Motorensymposium um die Zukunft der Antriebstechnik. Verbrennungsmotor mit oder ohne Elektrifizierung, Elektromotor mit Batterie oder mit Brennstoffzelle: Wer setzt sich durch?

Auch der Mercedes-Ottomotor M 256 kann als Beispiel für modernen Motorenbau dienen.
Auch der Mercedes-Ottomotor M 256 kann als Beispiel für modernen Motorenbau dienen.
(Bild: Daimler AG)

Sämtliche Experten auf dem Wiener Motorensymposium waren sich einig: Im Moment zeichnet sich keine alleinige Lösung für den perfekten Zukunftsmotor ab, sondern die Vielfalt in der Antriebstechnik wird steigen. Die Anforderungen an den Antrieb der Zukunft hängen von so vielen unterschiedlichen politischen, wirtschaftlichen und physikalischen Bedingungen ab, dass sich Automobilhersteller, Zulieferer und auch die Autohäuser und Werkstätten dauerhaft auf unterschiedlichste Varianten einstellen müssen.

Ein Trend ist klar: Otto- und Dieselmotoren sorgen auch zukünftig noch lange, sehr lange, für den Vortrieb. Die Hybridisierung – vor allem mit 48-Volt-Spannung – wird in den nächsten Jahren stark zunehmen. Audi, Daimler und Renault erscheinen mit 48-Volt-Hybriden noch in diesem Jahr auf dem deutschen Markt. Teilweise werden Dieselmotoren (Renault Scénic und Grand Scénic) oder auch Ottomotoren (Daimler S-Klasse) und Otto- sowie Dieselmotoren (Audi A8) mit 48 Volt ausgerüstet. Andere Automobilhersteller folgen, und mittelfristig wird erwartet, dass viele Modell- und Motorenbaureihen mit 48 Volt elektrifiziert werden. Dabei kommen je nach Hersteller Konzepte mit Riementrieb oder integrierte Startergeneratoren (ISG) mit dem Elektromotor direkt auf der Kurbelwelle zum Einsatz. Die elektrischen Leistungen betragen 10 bis 18 Kilowatt, das zusätzliche Drehmoment 150 bis 250 Newtonmeter.