Bosch Antwort auf Security Gateway & Co.

Autor: Steffen Dominsky

Der Diagnosespezialist stellt sein neues Konzept „Secure Diagnostic Access“ vor. Es soll Werkstätten uneingeschränktes Arbeiten an geschützten Fahrzeugen ermöglichen.

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Mit dem neuen Konzept „Secure Diagnostic Access“ von Bosch sollen Werkstätten auch an Fahrzeugen uneingeschränkt arbeiten können, die mit Security Gateways geschützt sind.
Mit dem neuen Konzept „Secure Diagnostic Access“ von Bosch sollen Werkstätten auch an Fahrzeugen uneingeschränkt arbeiten können, die mit Security Gateways geschützt sind.
(Bild: Bosch)

Zum Schutz der Fahrzeugelektronik setzen immer mehr Fahrzeughersteller auf sogenannte „Security Gateways“, das heißt sie versperren die Diagnosezugänge ihrer Fahrzeuge. Deshalb müssen Anbieter von Multimarken-Diagnosetestern individuelle und von Hersteller zu Hersteller unterschiedliche technische Lösungen in ihre Geräte integrieren, damit freie Werkstätten wie gewohnt via OBD-Dose auf die Fahrzeugsysteme zugreifen können.

Dies sei für die Betriebe eine große technische und administrative Herausforderung, wie Bosch betont. Deshalb hat das Unternehmen unter dem Titel „Secure Diagnostic Access“ (SDA) ein Konzept ins Leben gerufen, das eine zentrale, integrierte und standardisierte Antwort auf die genannte Herausforderung ist. Es soll Anwendern den unkomplizierten Zugang zu geschützten Fahrzeugdaten herstellerübergreifend ermöglichen.

Die Bosch-ID ist der Schlüssel

Zunächst können Werkstätten mittels SDA Fahrzeuge der VW-Gruppe entsperren. Mit weiteren Fahrzeugherstellern steht Bosch in Verhandlungen. Die bislang von den Stuttgartern angebotenen Freischaltungslösungen im Fall FCA und Mercedes-Benz gibt es weiterhin, sie sind von SDA unabhängig.

Die neue Funktion wird ab Sommer 2021 zur Verfügung stehen und ist Teil der Bosch-Diagnosesoftware Esitronic 2.0 Online. Nach einer einmaligen Registrierung erhält der Werkstattmitarbeiter seinen persönlichen Zugang und kann die zugriffgeschützten Diagnosefunktionen über SDA direkt und ohne weitere Umwege freischalten und darauf zugreifen. Der Nutzer muss sich also nicht auf unterschiedlichen Herstellerportalen zurechtfinden, registrieren, anmelden und teilweise verschiedene Bezahloptionen im Blick behalten.

Um die persönliche Bosch-ID zu erhalten, muss sich der Werkstattmitarbeiter nur einmalig registrieren. Die ID kann er nicht nur für den Zugriff geschützter Diagnoseinhalte innerhalb der Esitronic nutzen, sondern beispielsweise auch, um Bosch-Trainings zu buchen. Um die Abrechnung und die Kosten muss sich die Werkstatt mit SDA keine Gedanken machen. Secure Diagnostic Access von Bosch bietet quasi eine Flatrate. Die Kosten für die Nutzung der geschützten Diagnosedaten sind in der Lizenzgebühr für die Steuergerätediagnose (SD) bereits enthalten.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group