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Assistenzsysteme verleiten zur Fahrlässigkeit

| Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Grimm

Fahrerassistenzsysteme sollen helfen, Unfälle und Verkehrstote zu vermeiden. Aber ihr Effekt hängt letztlich ab von den Handlungen der Autofahrer. Doch die verlassen sich zunehmend auf die Wirkung der elektronischen Helfer.

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Assistenzsysteme können das Fahren sicherer machen, aber nur wenn sich der Fahrer nicht auf sie verlässt.
Assistenzsysteme können das Fahren sicherer machen, aber nur wenn sich der Fahrer nicht auf sie verlässt.
( Valeo)

Viele Autofahrer verlassen sich zu sehr auf die Assistenzsysteme ihrer Autos und überschätzen darüber hinaus deren Funktionen. Das geht aus einer Umfrage des US-Automobilclubs AAA hervor, für die rund 1.400 Besitzer von Fahrzeugen mit diversen Assistenten an Bord befragt wurden. Eigene Vorsichts- und Umsichtsmaßnahmen werden von den Fahrern in der Folge vernachlässigt.

Beispielsweise kannten fast 80 Prozent derjenigen, die einen Totwinkel-Warner nutzten, die Grenzen des Systems nicht. Sie glaubten zum Beispiel fälschlicherweise, dass das System auch Fahrradfahrer und Fußgänger erkennen kann oder Fahrzeuge, die sehr schnell vorbeifahren. Tatsächlich erkennen die meisten Systeme nur Fahrzeuge, die sich im toten Winkel befinden. Hinzu kommt: Ein knappes Drittel der Autofahrer mit Totwinkel-Warner an Bord verlässt sich manchmal komplett auf die Technik und verzichtet beim Spurwechsel auf den eigentlich weiterhin notwendigen Schulterblick.

Auch bei anderen Assistenten waren die Wissenslücken groß: Ein Drittel der Besitzer von Autos mit automatischen Notbremssystemen war sich nicht darüber im Klaren, dass die Technik Kameras oder Sensoren nutzt, die aufgrund von Verschmutzung, Eis oder Schnee blockiert sein können und dann nicht funktionieren. Ein weiteres gefährliches Beispiel für die Gutgläubigkeit an die Wirkungsweise der Assistenzsysteme: 29 Prozent der Befragten gab an, dass es für sie zumindest gelegentlich okay ist, sich mit anderen Dingen als dem Autofahren zu beschäftigen, während der Abstandstempomat aktiv ist.

„Richtig eingesetzt haben Fahrerassistenzsysteme das Potenzial, 40 Prozent aller Verkehrsunfälle und fast 30 Prozent aller Verkehrstoten verhindern“, sagt AAA-Chef David Yang. „Entscheidend dafür ist jedoch der richtige Gebrauch der Systeme.“ Die Untersuchung seines Clubs zeige, dass Autofahrer mehr darüber informiert werden müssten, wie Fahrerassistenzsysteme richtig zu benutzen sind und wo ihre Grenzen liegen.

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