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Auch der Handel fordert eine zusätzliche Kaufprämie

Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Die Autoindustrie hatte sich zuletzt bereits für staatliche Subventionen ausgesprochen, um den Automarkt in Deutschland wieder anzukurbeln. Nun macht sich auch der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe dafür stark.

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Der ZDK hofft auf staatliche Unterstützung, um den Automarkt wieder anzukurbeln.
Der ZDK hofft auf staatliche Unterstützung, um den Automarkt wieder anzukurbeln.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Viele Autohändler können nach dem Einbruch wegen der Corona-Krise mitten im wichtigen Frühjahrsgeschäft ihre Verkaufsräume ab kommendem Montag wieder öffnen. Doch alleine dadurch werden sich die Probleme der Unternehmen nicht lösen.

Thomas Peckruhn, Sprecher der Markenhändler und Vizepräsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Extrem wichtig wären jetzt zusätzliche Kaufprämien für Elektro- und Hybridautos und für Verbrenner mit der neuesten Schadstoffnorm.“ Der Verkauf von E-Autos sei bis Mitte März gut angelaufen, aber jetzt dürfte die Kauflust gebremst sein. Denn viele potenzielle Kunden seien von Kurzarbeit betroffen oder in Sorge um ihren Arbeitsplatz, und auch Unternehmen müssten sparen.

Außerdem müssten die Zulassungsstellen rasch wieder ihren normalen Betrieb aufnehmen, mahnte Peckruhn. Viele seien weiterhin geschlossen oder arbeiteten so eingeschränkt, dass sie nicht einmal das derzeitige geringe Pensum schafften. „Was nützt mir ein neues Auto, wenn ich es nicht zulassen kann?“ Hier sehe er aber noch keine klaren Signale, sagte Peckruhn.

Die Autohersteller müssten zwar in absehbarer Zeit wieder mit der Produktion beginnen. Aber der Handel habe sich auf das Frühjahrsgeschäft vorbereitet und sei gegenwärtig „sehr gut sortiert.“

Der Anteil der Online-Käufer habe sich in der Corona-Krise nicht erhöht. Die Nachfrage sei eingebrochen, rund 80 Prozent der Autohändler hätten ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt, in einigen Bundesländern stünden Autohäuser ohne Soforthilfe da.

„Handel ist das Rückgrat unseres Geschäfts“

BMW-Produktionssprecher Frank Wienstroth sagte: „Wann wir die Produktion wieder starten, hängt vor allem von der Nachfrage ab.“ Vorerst bis Ende April würden in Europa und Nordamerika keine Autos gebaut. BMW-Vertriebssprecherin Christina Hepe begrüßte die Erlaubnis zur Öffnung der Autohäuser: „Natürlich hilft uns das, keine Frage.“ In der Krise seien Beratungen und Autokäufe zwar auch online oder telefonisch erfolgt, aber das Geschäft werde sich jetzt nicht schnell groß ändern: „Der Handel ist das Rückgrat unseres Geschäfts.“

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