Audi-Absatz sackt im Juni ab

Kunden in China derzeit zurückhaltend

| Autor: Christoph Seyerlein

Der Audi Q2 ist mittlerweile das drittbeliebteste Modell der Ingolstädter in Europa.
Der Audi Q2 ist mittlerweile das drittbeliebteste Modell der Ingolstädter in Europa. (Bild: Audi)

Der Juni war für die deutschen Premiumhersteller kein guter Monat. Nach Mercedes-Benz vermeldete nun auch Audi ein Absatz-Minus. Gegenüber dem Juni 2017 fiel die Zahl der weltweit verkauften Neuwagen der Ingolstädter um 3,8 Prozent auf 164.000. Immerhin: In der Halbjahresbilanz liegt der Hersteller mit 949.300 Einheiten um 4,5 Prozent über seinem Vorjahresniveau.

Im Juni konnte Audi nur in den USA mit dem eigenen Tempo von 2017 mithalten, dort erzielte die VW-Tochter mit 19.471 verkauften Autos sogar ein leichtes Plus von 0,3 Prozent. In Europa (-1,8 %) sah es dagegen schlechter aus, auch auf dem Heimatmarkt in Deutschland setzte es für die Marke Einbußen (-2,5 %). Besonders schmerzhaft war für Audi aber der Absatzrückgang in China. Auf seinem wichtigsten Markt wurde das Fabrikat im Juni 48.177 Neuwagen los, 7,2 Prozent weniger als noch vor Jahresfrist.

In einer Mitteilung erklärt der Hersteller das Minus im Reich der Mitte vor allem mit der Ankündigung der chinesischen Regierung, Zölle auf einige Autos und Autoteile senken zu wollen. Das führe aktuell dazu, dass viele Kunden beim Fahrzeugkauf erst einmal abwarten, heißt es von Seiten Audis.

In Europa wirken sich dem Autobauer zufolge mehrere anstehende Modellwechsel negativ aus. Betroffen seien Autos, die normalerweise rund ein Drittel des Gesamtabsatzes ausmachen, schreibt der Hersteller in einer Mitteilung. Gerade der Generationswechsel beim A6 mache sich bemerkbar, da dieser bei den Flottenkunden – traditionell Audis stärkste Säule in Europa – sehr beliebt sei. Im ersten Halbjahr fiel die Nachfrage nach dem auslaufenden Modell im Vergleich zum Vorjahr um 10,2 Prozent. Nun steht der Marktstart der neuen A6 Limousine kurz bevor, im Spätsommer soll dann auch der A6 Avant kommen und für neue Impulse sorgen.

Hoffnungen setzt Audi-Interimschef Bram Schot auch auf Audis erstes Elektroauto, den E-tron, der im zweiten Halbjahr vorgestellt werden soll. Ein Marktstart noch in diesem Jahr ist aber nicht realistisch. Aus Schots Sicht hat sich Audi alles in allem im ersten Halbjahr „gut behauptet“, nun erwartet er „ein forderndes, aber auch spannendes zweites Halbjahr.“

Im Dreikampf um den Spitzenplatz unter den deutschen Premiumherstellern fällt es Audi unterdessen weiterhin schwer, mit der Konkurrenz Schritt zu halten. Lediglich im Januar konnten die Ingolstädter BMW in diesem Jahr einmal hinter sich lassen, Mercedes ist deutlich voraus. So auch im Juni, als die Schwaben mit 203.800 wesentlich mehr Neuwagen verkauften als Audi. Die Juni-Bilanz von BMW lässt noch auf sich warten.

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