Audi „Ai Me“: Zukunftsmobil für Megacities

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Wird die Vision wahr, sitzen wir in ein, zwei Dekaden auf bequemen Lounge-Sesseln in der ersten Reihe, oder lümmeln auf der Sofa-ähnlichen Rückbank. Unter dem riesigen Glasdach ist eine massive Holzstreben-Konstruktion, die nicht zufällig an eine gemütliche Gartenlaube erinnert; im „Ai Me“ schlängelt sich hier sogar echter Efeu entlang. Die Pflanze soll ein wenig grün in den grauen Stadtalltag bringen und für gute Luft sorgen.

Neben Glas, das sich bei Sonneneinstrahlung automatisch verdunkelt, und Echtholz gibt es viel feinen Stoff und Corian an den niedrig gehaltenen Türbrüstungen. Das Marmor-ähnliche Mineralverbundmaterial schmeichelt der Hand und ermöglicht die Integration von Touch-Tasten. Viel zu drücken gibt es allerdings nicht: Auf den für eine Zukunftsstudie recht klein geratenen Displays unterhalb der Windschutzscheibe wird per Eye-Tracking navigiert. Einzelne Menüpunkte können also durch bloßes Hinschauen ausgewählt werden.

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Auf die sonst üblichen, überbordenden Bildschirmflächen verzichtet Audi, denn die Ingolstädter sind fest überzeugt, dass wir zukünftig Virtual-Reality-Brillen auf dem Kopf haben, um uns die Zeit zu vertreiben – schließlich soll der „Ai Me“ in abgegrenzten Gebieten völlig autonom unterwegs sein. Wann diese sogenannte Level-4-Autonomie Wirklichkeit wird, ist dieser Tage allerdings mehr als fraglich. Aktuell kämpfen die Autobauer noch mit Level-3-Funktionen, spricht Autobahnpiloten, deren Start sich immer weiter verzögert.

Und auch der Einsatz klobiger Display-Brillen scheint mit Blick auf das Jahr 2030 eher unwahrscheinlich. Bis dahin hat die Entertainment-Industrie hoffentlich eine elegantere Lösung entwickelt um sich die Langeweile zu vertreiben – falls die Fahrtzeit nicht ohnehin zum Arbeiten genutzt wird.

Der Fahrer bleibt nicht komplett außen vor

Ziemlich elegant dagegen hat Audi das Lenkrad versteckt. Level 4 heißt nämlich: Es gibt durchaus Situationen, in denen der Fahrer die Kontrolle selbst übernehmen muss oder will. Das an das Steuer eines Flugzeugs erinnernde Volant fährt unter einer großen, hölzernen Ablage hervor, die sich gleichzeitig ein Stück zurückzieht; die flachen Gas- und Bremspedale sind wie gehabt im Fußraum montiert.

Praktisch: Auf der Ablage vor dem Fahrer und auch am Mitteltunnel lassen sich Cupholder magnetisch an jeder beliebigen Stelle festmachen. So steht der Kaffeebecher auch dann sicher, wenn mit dem Selber-Fahrer mal die 170 Elektro-Pferdchen durchgehen. Und sollte doch mal was daneben gehen, kümmert sich der Audi-Service um eine gründliche Reinigung. Schließlich soll auch der nächste Nutzer wieder in ein Picobello-Premium-Fahrzeug steigen.

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