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Audi-Aktionäre erhalten attraktives Abschiedsangebot

| Autor: Andreas Grimm

Nur noch ein geringer Teil der Audi-Aktien ist in Streubesitz. Damit ist künftig Schluss. Hauptaktionär Volkswagen drängt die Restaktionäre aus dem Unternehmen – und vergoldet ihnen den Abschied.

Audi bleibt weiter bestehen, künftig allerdings als 100-prozentige Tochter des Volkswagenkonzerns.
Audi bleibt weiter bestehen, künftig allerdings als 100-prozentige Tochter des Volkswagenkonzerns.
(Bild: Audi)

Das Eigenleben der Audi AG hat in Kürze wohl endgültig ein Ende. Der seit Jahrzehnten von VW dominierte Autobauer wird nach den Plänen des Großaktionärs, der 99,64 Prozent der Aktien hält von der Börse genommen. Dazu ist ein so genannter Sqeeze-out nötig – das Herausdrängen der restlichen Aktionäre. Die werden für ihren Abschied nun fürstlich entlohnt.

Bereits Ende Februar hatte die Volkswagen AG den Schritt des aktienrechtlich geregelten Sqeeze-outs angekündigt. Ziel sei, mit „effektiven Strukturen den Herausforderungen der Transformation noch schlagkräftiger zu begegnen“. Sprich Wolfsburg kann dann ohne die Beteiligung anderer Aktionäre in Ingolstadt durchregieren. An der Eigenständigkeit der Marke, der Rechtsform und der Mitbestimmung der Arbeitnehmer soll sich aber nichts ändern.

Für einen Anteilsschein sollen die verbleibenden Aktionäre der Audi AG nun 1.551,53 Euro erhalten. Das hat der Autobauer am Dienstagabend verkündet. Der für den Squeeze-out notwendige Übertragungsbeschluss soll in der nächsten ordentlichen Hauptversammlung von Audi gefasst werden, die im Juli oder im August 2020 stattfindet. Wegen der Corona-Pandemie konnte die ursprünglich für Mai vorgesehene Sitzung nicht abgehalten werden.

Für die verbleibenden Aktionäre dürfte sich das Angebot lohnen. In den letzten fünf Jahren und bis zum Bekanntwerden des Übernahmeangebots war der Kurs der Audi-Aktie in etwa zwischen 600 und 800 Euro gependelt. Die Dividenden-Rendite ist dabei nicht sehr hoch: Für 2018 erhielten die Kleinaktionäre eine Ausschüttung von 4,80 Euro pro Anteilsschein.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«