Audi-Betriebsrat: „Ein 'Weiter so' akzeptieren wir nicht“

Personelle und strategische Änderungen gefordert

| Autor: dpa

Audi-Betriebsratschef Peter Mosch fordert einen Neuanfang beim Autobauer.
Audi-Betriebsratschef Peter Mosch fordert einen Neuanfang beim Autobauer. (Bild: Audi)

Audi-Betriebsratschef Peter Mosch hat nach der Verhaftung von Vorstandschef Rupert Stadler einen personellen Neubeginn und eine Strategie zur langfristigen Sicherung der Arbeitsplätze gefordert. „Ein 'Weiter so' akzeptieren wir nicht. Deshalb fordern wir einen Neustart, der jetzt gezündet werden muss“, sagte Mosch am Mittwoch auf einer Betriebsversammlung im Stammwerk Ingolstadt.

Audi müsse sich an der Unternehmensspitze personell nachhaltig aufstellen. Außerdem müsse die Stärke der Marke als Technologieschmiede des Volkswagen-Konzerns belebt werden, forderte Mosch, der den Aufsichtsräten von Audi und der Konzernmutter VW angehört. Vertriebsvorstand Bram Schot müsse als kommissarischer Vorstandschef den Weg in diese Zukunft ebnen.

Stadler sitzt seit drei Wochen wegen Verdunkelungsgefahr im Abgasskandal in Untersuchungshaft. Audi hat den Manager beurlaubt, „bis der Sachverhalt geklärt ist, der zu seiner Verhaftung geführt hat“. Stadlers Vertrag läuft noch bis 2022.

Die Ingolstädter Betriebsrätin Ingrid Seehars forderte „eine eigene Audi-Batteriefertigung in Ingolstadt“. An seinem Hauptsitz beschäftigt Audi 44.000, im württembergischen Neckarsulm 17.000 Mitarbeiter. Für sie gilt eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2025.

Längere Werksferien wegen WLTP

In Ingolstadt müssen 18.000 Beschäftigte ihre Werksferien Ende August um zwei Wochen verlängern, weil Audi bei der Umstellung und Zulassung seiner Fahrzeuge auf die neue Abgasmessung WLTP im Rückstand ist. „Die Belegschaft muss keine finanziellen Einbußen hinnehmen, und das Unternehmen gleicht den betroffenen Audianern die entfallene Arbeitszeit anteilig aus“, sagte die Betriebsrätin.

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