Suchen

Audi erhält neue Rolle im Volkswagen-Konzern

| Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Software wird für Autohersteller immer mehr zum entscheidenden Faktor. Der Volkswagen-Konzern wusste in dem Zusammenhang zuletzt nicht immer zu glänzen. Eine neue interne Struktur soll das nun ändern.

Firma zum Thema

Audi bekommt eine neue wichtige Rolle im VW-Konzern.
Audi bekommt eine neue wichtige Rolle im VW-Konzern.
(Bild: Audi)

Der designierte neue Audi-Chef Markus Duesmann soll künftig im Markenverbund der Konzernmutter Volkswagen die Verantwortung für Forschung und Entwicklung übernehmen. „Angesichts der hohen Veränderungsdynamik in der Industrie bündeln wir unsere Kräfte im Volkswagen-Konzern und stellen uns wettbewerbsfähig für die Zukunft auf“, sagte VW-Konzernchef Herbert Diess am Freitag laut Mitteilung in Wolfsburg nach einer Aufsichtsratssitzung.

Auch der Konzernteil für die Entwicklung des künftigen Auto-Softwarebetriebssystems soll seinen organisatorischen Schwerpunkt in Ingolstadt haben.

Markus Duesmann wird im April den Chefsessel bei Audi übernehmen und arbeitete zuletzt wie Diess selbst bei BMW. Im Volkswagen-Konzernvorstand hat auch Porsche-Chef Oliver Blume eine Zusatzfunktion und kümmert sich konzernübergreifend um die Produktion in den Werken des Konzerns.

Volkswagen drängt Aktionäre von Audi und MAN aus dem Unternehmen

Volkswagen kündigte zudem an, dass die Minderheitsaktionäre der Audi AG gegen eine angemessene Barabfindung aus dem Unternehmen gedrängt werden sollen. Volkswagen besitzt 99,6 Prozent an Audi und will mit dem Schritt eine effizientere Steuerung des Tochterunternehmens erreichen.

Auch die MAN SE will Volkswagen beziehungsweise die Lastwagentochter Traton von der Börse nehmen und die Aktien einziehen. Wie hoch die Barabfindung für die verbliebenen Minderheitsaktionäre ausfallen soll, steht noch nicht fest. Traton hält bereits 94,36 Prozent des Grundkapitals der MAN SE. Der Traton-Vorstand habe mit Zustimmung des Aufsichtsrats und der Volkswagen-Gremien das Squeeze-Out beschlossen. Bei der letzten Hauptversammlung 2019 waren die MAN-Aktionäre sauer auf VW gewesen: Der Großaktionär habe MAN ausgeschlachtet und die Kleinaktionäre „mehr als schäbig“ behandelt, lautete der Vorwurf.

Künftig würde die MAN-Lastwagensparte Truck and Bus ohne Umweg über die MAN SE direkt Traton unterstehen, ebenso wie der schwedische Lastwagenbauer Scania. Die bisher von der MAN SE gehaltene Beteiligung an Scania ginge an Traton. Die Beteiligung am chinesischen Lkw-Bauer Sinotruk und der südamerikanische Lastwagenbauer VW Caminhoes gehören zur Traton-Tochter MAN Finance Luxemburg. Traton ist auch am US-Lastwagenbauer Navistar beteiligt und will ihn komplett übernehmen.

(ID:46389448)