Audi R8 Spyder: Ein echter Racer

Autor / Redakteur: Ampnet/Jens Meiners / Andreas Grimm

Boulevard-Cruiser der oberen Preiskategorie gibt es genügend, echte Racer sind selten. Einer davon ist der Audi R8, der jetzt in der zweiten Modellgeneration als Spyder-Variante erscheint.

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(Bild: Audi/Daniel Wollstein)

Konstruktiv ist der offene Supersportwagen Audi R8 Spyder eng mit dem Lamborghini Huracán verwandt – und diese Verwandtschaft kann er nicht verleugnen. Unter der großen Klappe aus Kohlefaser, die sich über das Fahrzeugheck wölbt, steckt ein hochgeschwindigkeitsfestes Stoffverdeck, das sich nicht nur bei Stillstand, sondern bis zu 50 km/h öffnen und schließen lässt. Darunter versteckt sich wiederum der bekannte, für die neue Modellgeneration jedoch nochmals verfeinerte 5,2-Liter-V10-Motor, der hier 397kW/540 PS bei luftigen 7.800 U/min leistet und mit einem maximalen Drehmoment von 540 Newtonmeter bei 6.500 U/min aufwartet.

„Der letzte seiner Art“ sei der prachtvolle Motor, heißt es bei Audi, denn die Ära freisaugender Hochdrehzahlmaschinen geht unweigerlich dem Ende zu. Wir beklagen das Verschwinden dieser Gattung, für die der Audi-V10 ein besonders schönes Exemplar ist. Denn dem bissigen Ansprechverhalten, dem freien Herausdrehen bis über 8.500 U/min und dem fulminanten Klangteppich dieser Maschine kann kein Turbomotor das Wasser reichen. Andererseits kamen bisher schon nur wenige Autofahrer bei einem Einstiegspreis von 179.000 Euro in den Genuss dieses Fahr- und Sounderlebnisses.

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Kein Schaltgetriebe mehr

Der Zyklusverbrauch liegt bei 11,7 Litern pro 100 Kilometer, und dieser Wert lässt sich im Alltag durchaus erreichen. Wer dem Motor ein paar Liter mehr gönnt, kommt sogar ausgesprochen zügig voran: Ganze 3,6 Sekunden dauert der Spurt von 0 auf 100 km/h, die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 318 km/h – ohne die kuriosen Abregelungs-Spielereien, mit denen sich die Konkurrenz gerne beschäftigt.

Für die Kraftübertragung auf alle vier Räder sorgt ein Doppelkupplungsgetriebe, an dem Automatikfreunde nichts bemängeln werden. Das Siebengang-Getriebe, das auf die Bezeichnung DL 800 hört, peitscht die Gänge förmlich durch, je nach vorgewähltem Fahrmodus wird herzhaft Zwischengas gegeben – und beim Gaswegnehmen knallt es ordentlich im Abgastrakt. Wer es diskreter liebt, erlebt im Comfort-Modus ein deutlich sanfter agierendes Getriebe.

Bei aller Perfektion beklagen wir einen Verlust: Die phantastische Sechsgang-Handschaltung, die beim Vorgängermodell durch eine offene Metallkulisse geführt wurde, gibt es leider nicht mehr. Sie würde dem R8 Spyder gut anstehen – nicht zuletzt aus Gewichtsgründen, denn eigentlich legen die Entwickler in Neckarsulm auf Leichtbau großen Wert.

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