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Audi streicht dem überarbeiteten TT den Diesel

Autor / Redakteur: sp-x / Christoph Seyerlein

Audi hat seinem kleinen Sportwagen TT eine zarte Modellpflege gegönnt. Äußerlich fällt die Überarbeitung kaum auf, unter dem Kleid gibt es aber ein Mehr an Ausstattung. Der Diesel fällt dagegen aus dem Programm.

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Nach rund vier Jahren hat Audi den TT aufgefrischt.
Nach rund vier Jahren hat Audi den TT aufgefrischt.
(Bild: Audi)

Nach gut vier Jahren spendiert Audi dem TT ein Facelift. Während sich äußerlich wenig tut, hat der Hersteller das Angebot an Assistenzsystemen und die Motorenpalette überarbeitet. Der Basis-TT etwa kommt als TT 40 TFSI mit neuem 2,0-Liter-Motor und 145 kW/197 PS statt 132 kW/180 PS, als Ausbaustufe dazu wird es einen TT 45 TFSI mit 180 KW/245 PS statt 169 kW/230 PS geben.

Den 184 PS starken TDI ultra, der bis vor Kurzem noch erhältlich war, hat man dagegen vorerst aus dem Angebot genommen – erstens braucht ein Sportwagen nicht wirklich einen Dieselmotor, und zweitens sind sie bei Audi auch ganz froh, mal nicht über das Thema Diesel sprechen zu müssen. Andererseits: Der TDI hatte rund zehn Prozent Verkaufsanteil erreicht – ob man langfristig darauf verzichten will?

Audi TT: Es hat sich ausgedieselt
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Der TT 45 TFSI bildet die Basis für das Sondermodell „20 Years“, das in einer limitierten Auflage von 999 Stück auf den Markt kommt und an die Einführung des TT im Jahr 1998 erinnert. Das Sondermodell soll vor allem optisch eine Nähe zu den Konzeptstudien des ersten TT herstellen, daher ist es ausschließlich in zwei verschiedenen Grautönen bestellbar, und seine Ledersitze zeigen die Farbe Mokassinbraun mit deutlich abgesetzten Nähten.

Zur historischen Wahrheit des runden Geburtstages gehört auch, dass der TT seinerzeit einen Beinahe-Fehlstart hingelegt hat: Nach wenigen Monaten häuften sich Unfälle, bei denen der Wagen übersteuernd von der Straße abgekommen war, sogar Todesopfer waren zu beklagen. Es stellte sich heraus, dass Audi die Fahrwerksabstimmung sehr spitz ausgelegt hatte, mit sehr engem Grenzbereich, eben möglichst wie einen „echten“ Sportwagen. In einer bis dahin beispiellosen Rückrufaktion wurden nicht nur Heckspoiler an die Autos gebaut, sondern gegen eine Selbstbeteiligung von damals 650 Mark konnte auch jeder TT-Besitzer das ESP-System nachrüsten lassen.

Schwer zu glauben, dass ein Auto, ein sportliches zumal, noch vor 20 Jahren ohne serienmäßiges ESP ausgeliefert worden sein kann. Aber es ist tatsächlich so, dass die Entwicklung der elektronischen Assistenzsysteme in den 1990er Jahren noch am Anfang stand. Heute ist der TT nicht nur mit ESP ausgestattet, sondern man kann noch unzählige andere Helferlein bekommen, etwa Spurwechsel- und Spurhalteassistent, Einparkhilfe mit Rückfahrkamera und natürlich Infotainmentsysteme mit Sprachsteuerung, Smartphone-Integration und die Bedienung des Navigationssystems über ein Touchpad, auf das man mit dem Finger Buchstaben malen kann.

Der Einstieg wird teurer

Je mehr solcher Systeme man aufzählt, desto weniger kommt der TT als puristischer Sportwagen daher. So haben ihn seine Kunden allerdings nie wirklich gesehen, sondern eher als eine Möglichkeit, in einem Audi neue fahrdynamische Möglichkeiten auszuloten und ein besonderes Design zu erleben – das Ganze zu einem vernünftigen Preis.

So liegt auch heute noch die Einstiegsstufe in die Sportwagenwelt relativ niedrig, der Basis-TT ist ab 35.000 Euro zu haben, als Roadster (mit Stoffverdeck) kostet er 2.500 Euro mehr. Für das Topmodel TTS muss man natürlich etwas mehr sparen: Er kostet 54.500 bzw. 57.000 Euro.

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