Audi verzichtet auf eigenen Onlinevertrieb

VW-Tochter setzt auch beim Internet auf Handelspartner

| Autor: Christoph Baeuchle

Statt aut Direktverkäufe über das Internet setzt Audi auf seine Händler.
Statt aut Direktverkäufe über das Internet setzt Audi auf seine Händler. (Foto: Audi)

Audi setzt sich beim Onlinevertrieb von den Konkurrenten BMW und Mercedes ab. Statt auf einen eigenen Onlineverkauf zu setzen, will der Automobilhersteller seine Handelspartner stärken: Audi werde nicht wie andere Premiumhersteller selbst über Internetseiten verkaufen, sondern die Hoheit über die Kundenansprache weiterhin bei den Händlern lassen, bekräftigte Audi gegenüber seinen Partnern.

Deutschland-Vertriebschef Wayne Griffiths und sein Team haben den Audi-Händlern in den vergangenen zwei Tagen nach Informationen von »kfz-betrieb« die Pläne erläutert. Demnach bleiben Verkauf und Service als Kern-Kompetenz in der Hand des Handels. Persönliche Beratung und das Vertrauensverhältnis zwischen Kunde und Händler habe oberste Priorität.

„Für uns ist das natürlich ein tolles Signal und eine wichtige Aussage, dass Audi den Schulterschluss zu seinen Händlern sucht und nicht auf den eigenen Internethandel setzt“, betont Ernst-Robert Nouvertné, Audi-Händler und Mitglied des Audi-Händlerbeirats. Damit scheinen sich seine jüngst geäußerten Hoffnungen zu erfüllen.

Um der wachsenden Bedeutung des Internets gerecht zu werden, will Audi die Handelspartner unterstützen und ihnen dabei helfen, die Internetpräsenz auszubauen. Ziel ist es, dass die Audi-Händler mehr Geschäft über das Internet generieren können.

Damit schlägt der Ingolstädter Autobauer den entgegengesetzten Weg wie seine Wettbewerber ein. Anfang der Woche hatte Mercedes-Benz angekündigt, in einem Pilotprojekt einige Modelle über das Internet zu verkaufen. Zunächst startet Mercedes seinen Online-Store als Pilotprojekt zusammen mit den Niederlassungen in Hamburg und Warschau/Polen mit vorkonfigurierten Fahrzeugen. In einem zweiten Schritt soll das Ganze dann auf das komplette Netz ausgerollt werden. Einen Zeitplan dazu konnte eine Unternehmenssprecherin noch nicht nennen. Der Handel sei von Anfang an in das Projekt eingebunden gewesen.

Anders bei BMW: Der Münchner Automobilhersteller will nicht nur sein neues Elektroauto i3 über das Internet verkaufen, sondern denkt auch darüber nach, den Vertriebskanal für andere Modelle zu öffnen. „Wir können uns gut vorstellen, dass der Verkauf im Internet bei allen Modellen ergänzend eingesetzt wird“, sagte BMW-Deutschland-Vertriebschef Roland Krüger der „Wirtschaftswoche“.

Dass dies den Händlern sauer aufstößt, weil sie nicht eingebunden waren, dürfte kaum verwundern. „Wir haben BMW unmissverständlich gesagt, dass direkte Verkaufskanäle von uns abgelehnt werden müssen“, antwortete Werner Entenmann, Präsident des BMW-Händlerverbands, laut Bericht.

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