Klassik Audi: Viel zu feiern im Jahr 2021

Autor: Steffen Dominsky

Vor 20 Jahren öffnete das „Museum Mobile“ seine Pforten. Und vor 50 Jahren wurde der bekannte Kultslogan „Vorsprung durch Technik“ geboren. Auch modelltechnisch gibt es in Ingolstadt in diesem Jahr diverse Jubiläen zu feiern.

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Der bekannte Paternoster im Audi-Museum nimmt die neuen Ausstellungsstücke in Sachen Motorsport auf. Statt fünf bekommen Besucher nun 14 ständig ausgestellte Exponate zu sehen.
Der bekannte Paternoster im Audi-Museum nimmt die neuen Ausstellungsstücke in Sachen Motorsport auf. Statt fünf bekommen Besucher nun 14 ständig ausgestellte Exponate zu sehen.
(Bild: Audi AG)

Klar, ein Hersteller mit langer Tradition und zahlreichen Modellen über viele Jahrzehnte verteilt hat immer ein Jubiläum zu feiern. Und doch sind es bei der heutigen Audi AG aktuell ein paar ganz besondere. Da wäre zum einem das hauseigene Museum. Es hört auf den Namen „Audi Museum Mobile“ und eröffnete am 15. Dezember 2000 sein Pforten. Seit 20 Jahren beschreibt es die Erfolgsgeschichte besagter AG, aber auch ihrer diversen Vorläufer. So dokumentiert die Ausstellung automobile Klassiker einerseits und Meilensteine in der Technologieentwicklung andererseits. Das Jubiläum haben Ingolstädter nun zum Anlass genommen, ihrer Traditionsausstellung frischen Wind einzuhauchen.

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Als Augenschmaus für alle Motorsportfans fungiert künftig der große Paternoster. Dort, wo bisher Exponate zu speziellen Themen wechselten, wird sich fortan die Motorsportgeschichte im wahrsten Sinne des Wortes drehen. Nur die Auto-Union-Silberpfeile verbleiben an ihrem angestammten Platz im dritten Stock des Museums. Alles andere, was Audi seit den Sechzigerjahren zur sportlichen Marke aufsteigen ließ, präsentiert sich auf den umlaufenden Plattformen, welche die Besucher über alle vier Stockwerke begleiten. Statt bisher fünf sind nun 14 Exponate zu sehen. So zum Beispiel der Audi-A4-DTM-Sieger von 2007, der Audi-Le-Mans-Prototyp R8 LMP von 2002, der Audi A4 STW von 1996, ein Audi Rallye quattro Gruppe 4 von 1980, der Audi Sport quattro Rallye Gruppe B von 1985, der NSU 1300 TT „Jägermeister“ von 1975 sowie ein früher DKW-F11/64-Tourenwagen von 1963.

Neuer Leiter Audi Tradition

Neues gibt es bei Audi Tradition auch an der Spitze: Nach 21 Jahren im Dienste der Historie hat Thomas Frank seine Tätigkeit als Leiter Audi Tradition und Geschäftsführer der Auto Union GmbH beendet und sich in den Ruhestand verabschiedet. Frank baute ab 1999 die neu geschaffene Abteilung auf. Er rief ein professionellen Unternehmensarchiv ins Leben und ermöglichte durch eine gewissenhafte Forschung auch viele Buchprojekte. Diese dienen Spezialisten aus aller Welt als Wissensquelle.

Zudem baute der gebürtige Kölner den Bestand historischer Exponate im Depot, „den Heiligen Hallen“, massiv aus: Waren es 1999 noch 140 Automobile, so sind es heute 690. Die Zahl der historischen Motorräder wuchs von 50 auf 200.

Seit 1. Januar ist nun Stefan Trauf neuer Leiter Audi Tradition und Geschäftsführer der Auto Union GmbH. Der Diplomkaufmann (FH) wurde 1972 in Ingolstadt geboren und arbeitet seit 2001 für die Marke mit den vier Ringen. Der Finanzfachmann leitete in den letzten fünf Jahren das zentrale Risikomanagement der Audi AG. Bei der Auto Union GmbH ist Stefan Trauf seit 2015 Prokurist und seit 2019 Chief Financial Officer (CFO).

50 Jahre Vorsprung durch Technik

Was der bayerische Autobauer in diesem Jahr alles geplant hat, verrät das neue digitale Booklet „Jubiläumstermine 2021“. Es informiert zudem über die wichtigsten produkt- und unternehmensgeschichtlichen Daten in der Audi-Geschichte. Dazu zählt beispielsweise der bekannte Werbeslogan „Vorsprung durch Technik“. Im August 1969 war aus dem Zusammenschluss der Auto Union GmbH in Ingolstadt und der NSU Motorenwerke AG in Neckarsulm die Audi NSU Auto Union AG entstanden. Die Modellpalette des neuen Unternehmens war durch eine große technische Vielfalt geprägt. Hans Bauer, Mitarbeiter der Audi-NSU-Werbeabteilung, dachte 1971 darüber nach, wie man diese Vielfalt als Wettbewerbsvorteil kommunizieren könnte. Das Ergebnis war so einfach wie genial: Vorsprung durch Technik! Der inzwischen weltweit bekannte Audi-Werbeslogan erschien erstmals in einer doppelseitigen Audi-NSU-Werbeanzeige im Januar 1971. Ab 1982 erschien „Vorsprung durch Technik“ konsequent in Verbindung mit dem Audi-Oval.

Eine technische Innovation, die „Vorsprung durch Technik“ praktisch vorwegnahm, war die Präsentation des DKW F1 vor 90 Jahren, des ersten in größerer Serie produzierten deutschen Autos mit Frontantrieb. Die DKW-F-Modelle bildeten das Rückgrat des Audi-Vorgängers Auto Union AG vor dem Zweiten Weltkrieg. Knapp 270.000 Stück wurden bis zur kriegsbedingten Produkteinstellung im Audi-Werk Zwickau gebaut.Vor 65 Jahren lieferte die Auto Union GmbH erstmals den DKW-Geländewagen an die neu gegründete Deutsche Bundeswehr – ein Großauftrag, der Unternehmen und Standort Ingolstadt die Zukunft sichern sollte.

Dass die Audi AG auf eine große Motorradvergangenheit zurückblickt, verdeutlichen motorsportliche Erfolge aus der Vorkriegszeit: Vor 85 Jahren gewannen die vier Ringe nicht nur mehrere deutsche, sondern durch Ewald Kluge und H. P. Müller zusätzlich zwei Vize-Weltmeisterschaften. Obendrein stellten die DKW-Maschinen auch 14 neue Weltrekorde auf. Das digitale Jubiläumsbooklet kann hier heruntergeladen werden.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group