VW-Dieselaffäre Aufarbeitung belastet verschiedene Branchen

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Der Volkswagenkonzern hat es verbockt, doch die Rechnung für die Diesel-Affäre zahlen andere Branchen mit. Die Händler haben den Frust der Kunden abbekommen, und die Versicherer müssen eine Milliardensumme für den Rechtsschutz der Kläger stemmen.

Firma zum Thema

Die Diesel-Affäre von Volkswagen kommt viele Marktteilnehmer teuer zu stehen.
Die Diesel-Affäre von Volkswagen kommt viele Marktteilnehmer teuer zu stehen.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Der Diesel-Skandal hat die deutschen Rechtsschutzversicherer inzwischen mehr als eine Milliarde Euro für Anwälte, Gerichte und Gutachter gekostet. Damit sei er „das bislang teuerste Schadenereignis in der Rechtsschutzversicherung überhaupt“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Jörg Asmussen, am Mittwoch in Berlin.

Seit Oktober seien rund 60.000 Rechtsschutzfälle und ein Mehraufwand von mehr als 250 Millionen Euro hinzugekommen. Bis Ende Mai nahmen 354.000 Kunden im Streit mit Autoherstellern wegen mutmaßlich manipulierter Abgaswerte ihre Rechtsschutzversicherung in Anspruch. Der durchschnittliche Streitwert pro Dieselfall stieg auf 26.000 Euro. Grund sind teurere Fahrzeuge, zuletzt etwa Wohnmobile.

„Der Gesamtstreitwert aller über die Rechtsschutzversicherer abgewickelten Diesel-Rechtsschutzfälle ist inzwischen auf über 9 Milliarden Euro gestiegen“, sagte Asmussen. Die Trickserien bei Diesel-Abgaswerten waren 2015 aufgeflogen. Ein Ende der Verfahren ist den Angaben zufolge noch nicht in Sicht. Im Gegenteil: Der Kreis der betroffenen Autohersteller weite sich noch aus.

(ID:47469963)