MG Marvel R Aus China für die Welt

Autor / Redakteur: sp-x / Tanja Schmitt

Mit dem Marvel R bringen die Chinesen ein Elektro-SUV auf den Markt, das ein echter Wettbewerber zu etablierten Qualitäts-Marken ist. Die Marvel-Macher wollen dabei nicht die deutschen Partner kopieren – freuen sich aber über manches „Made in Germany“.

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Mit dem Marvel R bringt MG ein Elektro-SUV auf den Markt, das ein echter Wettbewerber zu etablierten Qualitäts-Marken ist.
Mit dem Marvel R bringt MG ein Elektro-SUV auf den Markt, das ein echter Wettbewerber zu etablierten Qualitäts-Marken ist.
(Bild: MG)

In der neuen Welt der Elektroautoindustrie liegen drei Kraftzentren auf drei verschiedenen Kontinenten: In Fernost liegt das Mekka der Batteriezellen, in Kalifornien arbeiten die IT-Nerds an Apps und Software – und vor allem das gute alte Deutschland fährt bei Produktion und Verarbeitung voran.

So richtig hat noch kein Produkt aus einer der drei Regionen rundherum die ganze Welt begeistert. Beim einen hakt die Software, beim anderen machen Akkus allzu schnell schlapp, beim dritten halten Spaltmaße oder Kunststofffarben keinen höheren Ansprüchen stand. Matt Lei möchte das gern ändern: „Bei Elektroautos hat kein Hersteller gerade antriebsseitig einen großen Vorsprung vor dem anderen; wir können aber manches schon besser als andere.” Und bei diesen Worten tätscheln die Finger des Chefs von MG Motors Europe die Motorhaube seines neuesten Produktes: Der Marvel R soll den Durchbruch auf dem Weltmarkt sichern.

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Schon mit seinem ersten reinen E-Auto für den kontinentaleuropäischen Markt hat die Tochtermarke des chinesischen Autoriesen SAIC vor wenigen Monaten einen guten Einstand gefeiert: Der unspektakulär gestaltete ZS hat mit soliden Leistungen, guter Crashtest-Wertung und ordentlicher Verarbeitung wohlwollende Kritiken erhalten. Und mit rund 30.000 Euro Einstiegspreis kann das ordentlich ausgestattete Kompakt-SUV auf kostenbewusste Kunden hoffen. Auf die klassischen Premium-Anhänger oder Tesla-Fans eher nicht.

Marvel R für gehobene Design-Ansprüche

Da sieht der 4,67 Meter lange Marvel schon deutlich attraktiver aus für die Kunden aus diesen Kreisen. Das fängt schon an mit den ausfahrbaren bündig in die Karosse eingelassenen Türgriffen. Hat schon mal einen Coolness-Faktor – der sich beim Eintritt in den geräumigen Innenraum fortsetzt. Das griffige Lenkrad ist die einzige Reminiszenz an selige Zeiten der klassisch-britischen Roadstermarke. Das ganze übrige Interieur zeigt, dass hier kein Copy-Shop etablierter Hersteller am Werk war.

Die belüfteten und heizbaren Sitze – MG verweist gern auf italienisches Alcantara und deutsches Nappaleder – scheinen langstreckentauglich; alle Schalter, Kunststoffoberflächen und Hebel fassen sich so an, wie man das von den Produkten aus dem Premium-Regal des Volkswagen-Konzerns gewohnt ist. Mit denen gemeinsam fertigt SAIC „ja auch in China schon seit Langem Fahrzeuge“, wie Lei betont. Abgekupfert wirkt aber rein gar nichts, auch wenn MG den chinesischen Marvel-Käufer gern darauf hinweist, dass das Vollaluminium-Chassis „gemeinsam mit einer deutschen Luxusautomobilmarke“ entwickelt und abgestimmt sei.

Da mutet der gewaltige, leicht abgeschrägt unter der Mittelkonsole sitzende 19,4-Zollmonitor schon eher wie eine Interpretation des Tesla-Stils an. Ein echter Hingucker, der anders als im ZS auch nicht mit Einfachgrafiken bestückt ist. Der Touchscreen ist schick animiert und reagiert flott auf jeden Druck.

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