Ausblick 2018: Jahr der Entscheidung

Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Christoph Baeuchle

Mehr geht nicht: Zwischen 3,4 und 3,5 Millionen Pkw-Neuzulassungen erwarten Experten für 2018. Dennoch droht das Jahr für viele Autohäuser richtig schlecht zu werden. Die Hängepartie mit dem Diesel kostet bereits jetzt viele Betriebe Geld. Und es kommt noch dicker.

Ein Problem für die Händler 2018: Wie verkauft man Autos, die der Markt einfach nicht haben will?
Ein Problem für die Händler 2018: Wie verkauft man Autos, die der Markt einfach nicht haben will?
(Bild: © Olivier Le Moal - stock.adobe.com)

Die Aussichten sind rosig. Die deutsche Wirtschaft boomt, ein Ende ist nicht in Sicht. Aufgrund der fehlenden Zinsen sind die Verbraucher in Konsumlaune. Immobilien zu Höchstpreisen, Autos zu Sonderpreisen. Nach mehr als 3,4 Millionen Neuwagen 2017 sind die Aussichten so gut, dass der Neuwagenabsatz 2018 weiter ansteigen dürfte. Aber das ist nur eine Seite, die glänzende. Die andere Seite ist ziemlich trübe: 2018 wird das Jahr des Diesels. Bereits Ende 2016 gab es die ersten Anzeichen, dass sich der Diesel zu einem großen Problem für die Händler entwickeln könnte. Dies hat sich im Lauf des vergangenen Jahres bestätigt. Mit fortschreitendem Jahr nahm der Dieselanteil ab. Zum Jahresbeginn war noch fast jeder zweite neu zugelassene Pkw ein Diesel, zum Jahresende war es gerade noch jeder dritte.

Schlechte Aussichten für Diesel?

Doch die Neuwagen sind mittlerweile ein eher kleines Problem, viele Fabrikate haben nach dem Ausbleiben der Händlerbestellungen für Diesel ihre Produktion umgestellt. Das wesentlich größere Problem sind die Rückläufer aus den Leasingverträgen. Der Flottenabsatz ist in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen: Er wuchs jährlich um bis zu zehn Prozent. 2015 lag der Flottenmarkt bei mehr als 715.000 Pkws. Davon kommen in den nächsten Monaten viele zurück. Vor allem ältere Diesel, wie eine Umfrage von DAT und dem Bundesverband Fuhrparkmanagement zeigt. Mehr als jedes fünfte Fahrzeug im Bestand entspricht bestenfalls einem Euro-5-Diesel oder schlechter. Das bestätigen die Bestandszahlen vom Kraftfahrt-Bundesamt. Von den knapp 45 Millionen Bestands-Pkws Anfang 2015 entsprachen lediglich gut 400.000 der Dieselnorm Euro 6.