Ford Mustang Mach-E Ausfahrt im Elektro-Pony

Autor / Redakteur: sp-x / Viktoria Hahn

Von wegen Achtzylinder. Der Mustang Mach-E setzt auf Akkus und fährt als Fords erster dezidierter Elektriker gegen Tesla Model Y, VW ID 4 und Jaguar i-Pace an. So groß die Hoffnungen und womöglich auch die Begeisterung sind, so kurz wird allerdings seine Karriere.

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Ford startet 2021 mit dem Mach-E voll ins Elektro-Zeitalter.
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(Bild: Ford)

Ist das die Sehnsucht oder eine Sinnestäuschung? Wer zum ersten Mal das Pedal durchdrückt im neuen Mach-E, hört tatsächlich den Sound eines V8-Motors. Und auch der Kick beim Kickdown ist so wie immer. Doch das ist das Einzige, was der Mach-E mit dem Mustang gemein hat. Denn auf dem Weg in die neue Zeit ist aus dem legendären Muscle Car ein vergleichsweise gewöhnliches SUV geworden, und statt mit acht Zylindern fährt er mit Akkus.

Dafür allerdings hat er sich erlauchte Gegner ausgesucht: Wenn Ford zu Preisen ab 46.900 Euro kurz nach dem Jahreswechsel mit der Auslieferung beginnt, geht es nicht mehr gegen Camaro & Co, sondern gegen wegweisende Stromer wie den VW ID 4, den Jaguar i-Pace und vor allem das Tesla Model Y.

Mustang Mach-E: Zugpferd der Elektro-Offensive
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In diesem illustren Umfeld positionieren sich die Amerikaner geschickt zwischen den Volumen-Modellen auf der einen und den Luxusmarken auf der anderen Seite und grasen mit dem Mustang so gleich auf zwei Weiden.

Während außen der hohen SUV-Silhouette zum Trotz tatsächlich der Mustang Pate stand und zumindest die stark konturierte Haube, die weit ausgestellten Hüften über der Hinterachse und die Heckleuchten an das Pony-Car erinnern, haben die Designer ganz deutlich auf den Newcomer aus Kalifornien geschaut: Nicht umsonst gibt es im Cockpit neben dem klitzekleinen Bildschirm hinter dem Lenkrad einen riesigen, senkrechten Touchscreen, der fast frei vor der Mittelkonsole schwebt.

Allerdings ist Ford den Tesla-Weg nicht ganz zu Ende gegangen und hat dankenswerter Weise ein paar Knöpfe in die neue Zeit gerettet und so die Bedienung deutlich leichter geregelt als viele elektrische Konkurrenten.

Niedriges Dach, schmale Fenster und ein unpraktisches Gimmick

Zwar steht der Mustang auf einer eigenen, um den Elektroantrieb herum entwickelten Plattform. Doch anders als die Konkurrenz schlagen die Amerikaner daraus nur wenig Profit: So bietet er zwar bei 4,71 Metern Länge und 2,98 Metern Radstand verglichen mit konventionellen SUV genügend Platz, aber das Aha-Erlebnis, das vor allem die Hinterbänkler etwa im ID 4 haben, bleibt im Fond des Ford aus. Und das niedrige Dach sowie die eher schmalen Fenster helfen auch nicht beim luftigen Raumempfinden.

Dafür allerdings gibt ausgerechnet der Mustang den Praktiker unter den elektrischen SUV und bietet neben dem Kofferraum von 402 Litern noch einen „Frunk“ unter der Bughaube. Der hat nicht nur stolze 100 Liter und einen pfiffigen Raumteiler, den man eher bei Skoda vermutet hätte. Sondern genau wie die Mega-Box beim Puma hat die Kunststoffwanne auch einen Ablauf, so dass man darin problemlos dreckige Sportschuhe oder das Eis für die nächste Party transportieren kann.

Weniger praktisch ist ein anderes Gimmick der Designer: Die Türen. Denen fehlen die konventionellen Griffe, weil sie jetzt mit Sensoren öffnen und den Passagieren entgegen springen. Das sieht cool aus, ist aber nicht wirklich praktisch. Denn vorne gibt es dazu zumindest noch einen kleinen Haken, an dem man sie aufziehen kann, hinten muss man mühsam ums Blech greifen.

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