Schleswig-Holstein Auswege aus den Krisen sind möglich

Autor Andreas Grimm

Corona-Folgen und CO2-Reduktion – das Kfz-Gewerbe steht vielfältigen Herausforderungen gegenüber. Dass die Probleme grundsätzlich lösbar sind, verdeutlichte der Landesverband Schleswig-Holstein auf der Nacht des Kfz-Gewerbes.

Firmen zum Thema

Das Kfz-Gewerbe Schleswig-Holstein hatte in Neumünster zum Austausch zusammengefunden. Begrüßt wurden die Teilnehmer der zweiten Nacht des Kfz-Gewerbes von Präsidentin Nina Eskildsen.
Das Kfz-Gewerbe Schleswig-Holstein hatte in Neumünster zum Austausch zusammengefunden. Begrüßt wurden die Teilnehmer der zweiten Nacht des Kfz-Gewerbes von Präsidentin Nina Eskildsen.
(Bild: Eva Biederbeck/LV SH)

Angesichts eines abgeschwächten Pandemie-Geschehens und steigender Impfquoten hat sich das Kfz-Gewerbe Schleswig-Holstein zum zweiten Mal zur Nacht des Kfz-Gewerbes zusammengefunden, um sich auszutauschen und aktuelle Themen zu diskutieren. In den Holstenhallen in Neumünster standen neben den Folgend er Corona-Pandemie die Halbleiterkrise und das Thema synthetische Kraftstoffe im Mittelpunkt.

Nina Eskildsen, Präsidentin des Landesverbandes, verdeutlichte, dass die aktuelle Lage die Betriebe vor so viele neue Aufgaben stelle, dass die tägliche Arbeit nur mit einem hohen Maß an Flexibilität zu bewältigen sei. Diese Situation habe zu einer Vernachlässigung dessen geführt, was eigentlich im Mittelpunkt aller unternehmerischen Aktivität stehen müsse: die Führung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Bildergalerie

Diesem Thema widmete sich Personalcoach Regina Först, die das Thema „Führung und Zusammenarbeit in einer neuen Zeit“ beleuchtete. Sie machte deutlich, dass es nach den akuten Pandemiefolgen wichtig sei, wieder Raum zu schaffen für eine intensive Beschäftigung mit dem Schlüssel-Thema für Führungskräfte: „Wie halte ich einen möglichst engen Kontakt zum eigenen Team?“

Eine praktische Hilfe dabei nannte die Referentin: die einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mal durchzugehen und sich bei der Einzelperson zu fragen: „Was verbinde ich mit ihr oder ihm? Was sind ihre oder seine guten Eigenschaften?“ Das mache auch das Loben leichter, die positive Reaktion der Führungskraft auf eine Situation, in der genau das gezeigt wurde, was die Person zu einem wertvollen Mitglied des Teams mache.

Neben Wertschätzung und Verbundenheit, zwei entscheidenden Hebeln, um das Engagement der Teammitglieder zu unterstützen, gebe es noch einen dritten großen Motivator: Gestaltbarkeit. Die Möglichkeit, dass sich Mitarbeitende mit eigenen Ideen einbringen könnten, setze Vertrauen von den Führungsverantwortlichen voraus.

Mit E-Fuels gegen den Klimawandel

Den technischen Part zu der Zukunft und zur Notwendigkeit synthetischer Kraftstoffe übernahm Christoph Stricker, Referent des Zentralverbands Deutsches Kfz-Gewerbe. Er beantwortet die Frage, ob neben dem Akku auch synthetische Kraftstoffe eine Chance haben, mit einem klaren „Ja“.

Es dürfe gemäß der Leitlinie des ZDK nicht zuerst um Verbote, sondern stattdessen um Technologien gehen, wenn die „sportlichen“ Klimaziele wirklich erreicht werden sollen, sagte Stricker. Im Bereich der Effizienz der Motoren habe es wirkliche Verbesserungen gegeben, die seien aber durch die wachsenden Mobilitätsbedürfnisse in Europa und der Welt „aufgefressen“ worden. Der Ausstoß von CO2 sei deshalb nicht gesunken; in den letzten 24 Jahren sei er um etwas mehr als 5 Prozent gestiegen und eine weitere Steigerung sei sicher.

Ein Ausweg aus diesem Dilemma sei der grüne, also aus regenerativen Quellen stammende Strom. Würden synthetische Kraftstoffe mittels regenerativen Stroms hergestellt, hätten mit E-Fuels betankte Verbrenner-Pkw eine bessere CO2-Bilanz als batteriebetriebene Pkw, so Stricker. Angesichts eines Bestands von mehr als 30 Mio. PKW mit Verbrennungsmotoren im Jahr 2030 allein in Deutschland eine solche Möglichkeit nicht ungenutzt bleiben.

(ID:47746642)