Auszubildende beweisen Konstrukteurssinn

Redakteur: Christoph Baeuchle

Aus Ersatzteilen hat der Kfz-Nachwuchs der Innung Meißen innerhalb von zwei Wochen ein Fahrzeug konstruiert. Für das Projekt stellten sie viel Eigeninitiative unter Beweis.

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Die Auszubildenden der Innung Meißen standen jüngst vor einer großen Herausforderung: Aus lauter Einzelteilen sollten die Azubis des dritten Lehrjahres ein technisch sicheres Fahrzeug bauen. Damit nicht genug: Für die Beschaffung der Teile mussten die Jugendlichen zusammen mit ihren Ausbildungsbetrieben selber sorgen. Schule und Innung stellten lediglich das Material für den Fahrzeugrahmen.

„Die Schüler bekommen dazu zwei Wochen Zeit und entwickeln dabei eine erstaunliche Eigeninitiative“, erklärte Hans-Georg Heßler, Fachleiter KFZ am Berufsschulzentrum (BSZ) Meißen. Dies ging so weit, dass sie zum Teil in die eigene Tasche griffen, um die Unkosten aufzubringen. Zwei Fachklassen mit insgesamt 38 Schülern waren 2011 am Projekt beteiligt.

Diesel-Ameise wird Transporter

Das von den Jugendlichen entwickelte Fahrzeug basiert auf einer „Diesel-Ameise“, die ursprünglich für den Transport im Lager gedacht war. Daraus entstand ein Gefährt mit Überrollbügel, in dem zwei Personen Platz haben. Die Nachwuchskräfte mussten auch den Motor wieder in Schuss bringen. In Eigenregie sammelten sie technische Informationen und sorgten für Ersatzteile.

Am Ende des Projektes müssen die Jugendlichen auch beweisen, dass ihre Konstruktion läuft. Nachdem die Ausbilder das Fahrzeug auf seine technische Sicherheit hin überprüft haben, zeigen die Auszubildenden dessen Tauglichkeit im Rahmen eines Parcours.

Umfangreiche Erfahrungen durch Eigeninitiative

„Durch das Projekt haben die Azubis unglaubliche Erfahrungen gesammelt“, zieht Obermeister Hartmut Merker ein Fazit. Vor allem die selbstständige Suche nach Lösungen sowie das Beschaffen der Ersatzteile hätten dazu beigetragen. Nun will er in den nächsten Monaten einen Juniorstammtisch ins Innungsleben rufen. Angesprochen sind Betriebsnachfolger und Jungunternehmer, um sich auszutauschen und aktiv in der Innung für die Belange der Betriebe mitzuarbeiten.

„Wenn man sich mit der Jugend beschäftigt, dann wird auch etwas daraus“, betont Ehrenobermeister Hans-Jochen Richter. Nach gut 20 Jahren im Amt des Obermeisters hatte Richter diese Aufgabe im Juni seinem Nachfolger Merker übergeben.

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