Onlinehandel Auto 1 erhöht erneut Umsatzprognose

Quelle: dpa

Der Online-Händler will in diesem Jahr mehr Umsatz erwirtschaften als ursprünglich erwartet. Bis das Unternehmen Gewinn macht, wird es allerdings noch dauern.

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Mit der Marke Autohero will Auto 1 vermehrt den Verkauf an Privatkunden antreiben.
Mit der Marke Autohero will Auto 1 vermehrt den Verkauf an Privatkunden antreiben.
(Bild: Auto 1)

Der Online-Gebrauchtwagenhändler Auto 1 (Autohero, Wirkaufendeinauto.de) hat nach einem starken Quartal erneut sein Umsatzziel erhöht. Der Erlös soll im laufenden Jahr auf 4,5 bis 4,6 Milliarden Euro klettern, wie das im MDax notierte Unternehmen am Mittwoch in Berlin mitteilte.

Der Vorstand hatte erst im Sommer die Latte auf 4 bis 4,4 Milliarden Euro erhöht. 2020 hatte das Unternehmen 2,8 Milliarden Euro erlöst. Zudem präzisierte Auto 1 seine Prognose für die operative Marge (Ebitda-Marge). An der Börse sorgte das für einen Kursprung. Die Aktie erholte sich weiter von ihrem Tief aus der vergangenen Woche.

Der Vorstand erwartet 2021 jetzt einen operativen Verlust von 2,5 Prozent des Umsatzes, gemessen an dem um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Im Sommer hatte er die Verlustprognose erhöht und seither eine operative Marge von minus 3,0 bis minus 2,5 Prozent des Umsatzes erwartet. Im Vorjahr hatte sie bei minus 0,5 Prozent gelegen.

Operativ schwarze Zahlen für 2023 angepeilt

Derweil peilt das Management operativ weiter schwarze Zahlen für 2023 an. „Wir hatten beim Börsengang gesagt, dass wir 2023 auf Basis des bereinigten Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) die Gewinnschwelle erreichen wollen. Das gilt weiter“, sagte Finanzchef Markus Boser der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Gemessen an den neuen Zielen könnte der operative Verlust im laufenden Jahr rechnerisch von 15 Millionen Euro im vergangenen Jahr bis auf 115 Millionen steigen. Von Bloomberg befragte Experten rechnen mit einem Umsatz von 4,4 Milliarden und einem operativen Verlust von rund 120 Millionen. Die Analysten gehen wie das Unternehmen davon aus, dass 2023 ein operativer Gewinn erreicht wird – wenn auch nur ein kleiner. Beim Umsatz liegt die Durchschnittsschätzung der Experten für 2022 derzeit bei 5,9 Milliarden Euro und für 2023 bei 7,6 Milliarden Euro.

Finanzchef Boser wollte keine konkreten Ziele für die kommenden beiden Jahre abgeben. Er fühle sich aber mit den Analystenschätzungen wohl. Eine konkrete Prognose für 2022 soll es bei der Vorlage der Bilanz geben. Die Pressekonferenz dazu ist für den 22. März geplant. Mit Blick auf die geplanten Investitionen sagte Boser: „Um das Wachstum zu stemmen, wollen wir bis Ende 2023 rund 200 Millionen Euro investieren. Das ist etwas mehr, als wir beim Börsengang angekündigt haben.“

Im dritten Quartal zog der Erlös im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 64 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro an. Der um Sondereffekte bereinigte Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag bei knapp 25 Millionen Euro nach einem operativen Gewinn von 16 Millionen ein Jahr zuvor. Der Verlust kam unter anderem wegen der höheren Investitionen nicht überraschend. Vielmehr war das Vorjahresquartal beim Blick auf die Profitabilität im Tagesgeschäft eine Ausnahme. Unter dem Strich erhöhte sich der Konzernverlust hingegen von knapp 20 auf fast 35 Millionen Euro. „Wir sind sehr, sehr happy mit dem Ergebnis“, sagte Unternehmenschef und Mitgründer Christian Bertermann.

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