Onlinehandel Auto 1 profitiert von steigenden Preisen

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Wehner

Der Online-Gebrauchtwagenhändler hat beim Umsatz deutlich zugelegt. Aufgrund hoher Investitionen fährt Auto 1 im operativen Geschäft aber immer noch rote Zahlen ein.

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(Bild: Auto 1)

Der Online-Gebrauchtwagenhändler Auto-1-Group hat im ersten Quartal von steigenden Preisen profitiert. Das auf den Großhandel spezialisierte Unternehmen konnte auch mehr Autos verkaufen als in den drei Monaten zuvor. Im Vergleich mit dem Vorjahr verzeichnete Auto1 vor allem wegen den Corona-Auswirkungen aber weniger abgesetzte Fahrzeuge. Im Tagesgeschäft kostet der Aufbau der Privatkundenmarke Autohero viel Geld und sorgt für rote Zahlen. Auch der Börsengang im Februar schlug mit Sonderkosten zu Buche, so dass der Verlust unter dem Strich deutlich höher ausfiel als zuletzt.

„Ich bin sehr stolz auf die Fortschritte, die wir gemacht haben, trotz der Auswirkungen der anhaltenden Covid-19-bedingten Lockdowns in vielen unserer Märkte“, sagte Vorstandschef Christian Bertermann am Mittwoch laut Mitteilung. Insbesondere verwies er auf die gestiegenen Verkäufe über das noch kleine Privatkundenportal Autohero, das der Konzern deutlich ausbauen will.

Der Umsatz kletterte von 779 Millionen Euro in den letzten drei Monaten des Vorjahres im ersten Quartal 2021 auf knapp 900 Millionen Euro, wie das seit kurzem im S-Dax notierte Unternehmen in Berlin mitteilte. Auto 1 vergleicht sich mit dem Vorquartal, auch um den Verlauf in der Pandemie deutlich zu machen. Im ersten Quartal das Vorjahres hatte der Autohändler – laut des Wertpapierprospekts für den Börsengang – einen Erlös von 877,4 Millionen Euro erzielt, demgegenüber beträgt das Plus nur rund 2,5 Prozent.

Branchenweit berichten Autohersteller und Händler derzeit von anziehenden Preisen für Neu- und Gebrauchtwagen. Zum einen ist die Nachfrage hoch, zum anderen ist die Autoproduktion wegen der Pandemie teils noch eingeschränkt, die Lieferzeiten für Neuwagen etwa nehmen zu. Davon profiziert auch Auto 1, je verkauftem Auto erlöste das Unternehmen im Schnitt 6.891 Euro, rund 250 Euro mehr als im Schlussquartal 2020. Im Profihandel mit den Händlern erzielte Auto1 höhere Verkaufspreise als zuvor, mit Privatkunden über Autohero sanken jedoch die Preise und auch der Bruttoverdienst je Auto.

Das Online-Angebot an Privatkunden ist bei Auto1 aber noch klein, hier verkaufte der Konzern 7.815 Autos. Im angestammten Geschäft mit Händlern wurde das Unternehmen 122.722 Autos los.

Auto1 war im Februar an die Börse gegangen. Vorstandschef Bertermann und Koç, der heute Aufsichtsratsmitglied ist, haben das Unternehmen 2012 gegründet. Sie halten noch knapp 28 Prozent der Anteile, nächstgrößerer Aktionär ist der japanische Mischkonzern und Technologie-Investor Softbank mit gut 16 Prozent. Aktuell ist Auto1 am Markt rund 8,3 Milliarden Euro wert.

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