Onlinehandel Auto-1 verfehlt eigenes Absatzziel knapp

Quelle: dpa

Rund 600.000 Einheiten wollte der Onlinehändler Auto-1 im Jahr 2021 verkaufen. Dieses Ziel hat das Unternehmen beinahe erreicht. Dem Aktienkurs half das allerdings nicht.

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Zur Auto-1-Gruppe gehören unter anderem die beiden Unternehmen „Autohero“ und „Wirkaufendeinauto.de“.
Zur Auto-1-Gruppe gehören unter anderem die beiden Unternehmen „Autohero“ und „Wirkaufendeinauto.de“.
(Bild: Autohero)

Der Online-Gebrauchtwagenhändler Auto-1 (Autohero, wirkaufendeinauto.de) hat im vergangenen Jahr das eigene Absatzziel gerade so erreicht. Die Zahl der verkauften Fahrzeuge sei 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent auf fast 597.000 Stück gestiegen, teilte das im M-Dax notierte Unternehmen am Dienstag in Berlin mit.

Der Wert liegt damit noch im Rahmen der im Hebst präzisierten Prognose von rund 600.000 verkauften Fahrzeugen. Angaben zum Umsatz oder Gewinn machte das Unternehmen nicht. Diese Kennziffern sollen am 23. März bekanntgegeben werden. Die seit einiger Zeit massiv unter Druck stehende Aktie sackte weiter ab.

42 Prozent mehr Volumen zugekauft

Der Konzern will künftig immer kurz nach dem Quartalsende seine Absatz- und Ankaufszahlen veröffentlichen. Die Zahl der angekauften Fahrzeuge legte 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 39 Prozent auf etwas mehr als 617.0000 zu. Im vierten Quartal kaufte Auto-1 knapp 181.000 Fahrzeuge an – das waren 42 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Damit sei das Unternehmen „sehr gut“ für weiteres Wachstum im ersten Quartal gerüstet, hieß es weiter. Zuletzt hatten sich Investoren besorgt gezeigt, dass das derzeit knappe Angebot an Gebrauchtwagen auf das Wachstum drücken könnte.

Aktie auf Rekordtief

Dem Kurs der Aktie halfen die veröffentlichten Zahlen aber nur kurz auf die Beine. Nach einem freundlichen Start rutschte das Papier schnell in die Verlustzone und fiel mit bis zu rund sieben Prozent auf ein Rekordtief bei etwas mehr als 15 Euro. Damit sackte der Kurs in diesem Jahr bereits um ein Fünftel ab. Der Verlust im Vergleich zum Ausgabepreis von 38 Euro summiert sich auf 60 Prozent.

Die Marktkapitalisierung liegt damit nur noch bei rund 3,2 Milliarden Euro, nachdem der Börsenwert in der Euphorie des ersten Handelstags zwischenzeitlich bis auf rund zwölf Milliarden Euro gestiegen war. Größter Anteilseigner ist Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge mit rund 16 Prozent der japanische Technologieinvestor Softbank. Die beiden Gründer Christian Bertermann und Hakan Koc halten jeweils noch knapp 13 Prozent. Bertermann leitet das Unternehmen, während sich Koc in den Aufsichtsrat zurückgezogen hat.

Selbst ein im Herbst abermals erhöhtes Umsatzziel konnte den Absturz der Aktie nicht aufhalten. Das Management peilte zuletzt einen Anstieg beim Erlös auf 4,5 bis 4,6 Milliarden Euro an nach einem Umsatz von 2,8 Milliarden 2020.

Zudem hatte Auto-1 seine Prognose für die operative Marge im Herbst präzisiert. Der Vorstand erwartet 2021 einen operativen Verlust von 2,5 Prozent des Umsatzes, gemessen an dem um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda).

Gemessen an diesen Zielen könnte der operative Verlust im vergangenen Jahr rechnerisch bis auf 115 Millionen Euro gestiegen sein – das wären rund 100 Millionen mehr als 2020. Von Bloomberg befragte Experten rechnen mit einem Umsatz von 4,5 Milliarden Euro. Dabei gehen sie von einem operativen Verlust von rund 130 Millionen Euro aus. Für 2022 erwarten die Experten im Schnitt einen Erlös von 6,2 Milliarden sowie einen operativen Verlust von 126 Millionen.

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