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„Auto-Bild“-Reifentest: Drei Autolängen liegen zwischen Top und Flop

Autor: Jan Rosenow

Beim Bremsentest auf Nässe zeigten sich zwischen Premium- und Billigreifen bis zu 13 Meter Unterschied. Aber auch manche Premiumreifen enttäuschten im Test.

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Obwohl schon 2016 auf den Markt gekommen, ist der Continental Premium Contact 6 immer noch für Testsiege gut.
Obwohl schon 2016 auf den Markt gekommen, ist der Continental Premium Contact 6 immer noch für Testsiege gut.
(Bild: Rosenow/»kfz-betrieb«)

Pünktlich zur Wechselsaison hat die Autozeitschrift „Auto-Bild“ insgesamt 50 Sommerreifen der Größe 245/45 R 18 auf ihre Leistungsfähigkeit untersucht. Typisch für das Testprocedere der Hamburger Reifenexperten ist der Vorausscheid: Mit Vollbremsungen aus Tempo 100 auf trockener Fahrbahn sowie aus Tempo 80 auf nasser Straße werden von insgesamt 50 Testkandidaten die 20 besten für die weiteren Fahrversuche ausgesiebt.

Und weil der reine Bremstest nur einen schmalen, wenn auch sehr wichtigen Ausschnitt der Gesamtperformance eines Reifens repräsentiert, kommt es immer mal wieder zu Überraschungen. Diesmal erwischte es ausgerechnet Pirelli: Der Supersportreifen P Zero patzte im Bremsentest, schaffte es nur auf den 25. Rang und schied deshalb schon in der Vorrunde aus. Auch andere namhafte Marken wie Semperit, Yokohama und Cooper ereilte dieses Schicksal.

Der beste Reifen hält doppelt so lange wie der schlechteste

Elf Kandidaten schnitten dabei so schlecht ab, dass sie sofort von weiteren Tests ausgeschlossen wurden. Das Schlusslicht bildete ein runderneuerter Reifen eines deutschen Herstellers, der mit dem Siegel „Made in Germany“ wirbt – und damit eine Qualität suggeriert, die der Reifen offenbar nicht hat. In diesem Fall stand das Auto bei beiden Bremstests erst nach über 40 Metern.

Von den 20 Besten im Finale des aufwendigen Tests bekamen sieben die Bestnote „Vorbildlich“. Gewinner sind der Continental Premium Contact 6 sowie der Goodyear Eagle F1 Asymmetric 5, die sich den ersten Platz teilen. Über ein „Vorbildlich“ konnten sich außerdem die Fabrikate Michelin Pilot Sport 4, Vredestein Ultrac Vorti, Apollo Aspire XP, Nexen N'fera Sport und Falken Azenis FK 510 freuen. Stark verbessert zeigte sich die Marke Laufenn aus dem Hankook-Konzern, die mit dem S Fit EQ Plus auf den 13. Platz kam. Mit der Note „Befriedigend“ fuhr sie ihr bislang wohl bestes Testresultat ein.

Insgesamt sind die Leistungsunterschiede aber auch bei den 20 besten Reifen noch beachtlich. Besonders deutlich wird das bei der Laufleistung, die die „Auto-Bild“-Redakteure ebenfalls getestet haben: Während der langlebigste, der Continental Premium Contact 6, erstaunliche 44.900 Kilometer schaffte (ermittelt auf dem Rollenprüfstand), war der schlechteste, der Kumho Ecsta PS 71, mit 22.450 Kilometern gerade einmal für die Hälfte gut. Teure Reifen müssen also am Ende nicht mehr Geld kosten als billige, wenn sie auch doppelt so lange halten.

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Über den Autor

 Jan Rosenow

Jan Rosenow

Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group