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„Auto Bild“ testet Ganzjahresreifen

Autor: Jan Rosenow

Mit zehn aktuellen Profilen war das Testfeld so groß wie nie zuvor. Sieger wurde der kürzlich überarbeitete Goodyear Vector 4 S.

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Überzeugender Einstand: Der neue Goodyear Vector 4S gewinnt den „Auto-Bild“-Vergleichstest.
Überzeugender Einstand: Der neue Goodyear Vector 4S gewinnt den „Auto-Bild“-Vergleichstest.
(Foto: GDTG)

Ganzjahresreifen liegen im Trend – daran gibt es nichts zu deuteln. Alle großen Anbieter haben mittlerweile Allwetterprofile im Angebot. Manche verstecken sie schamhaft bei ihren Zweitmarken, andere stellen sie offensiv in den Mittelpunkt der Werbung.

So wie Michelin. Über die Leistungsfähigkeit des neuen Crossclimate, der sogar im Fernsehen beworben wird, kursierten in der Branche ja die tollsten Gerüchte, denn aus seinem sehr „sommerlastigen“ Profil ließ sich eine wirkliche Wintereignung kaum ablesen. Außerdem vermied der französische Hersteller den Begriff „Ganzjahresreifen“ und bezeichnete das Produkt penetrant als ersten „Sommerreifen mit Wintereignung“. Im Test der Zeitschrift „Auto Bild“ musste sich der Neuling nun der ebenfalls taufrischen zweiten Generation des Dauerbrenners Goodyear Vector 4 S und acht weiteren Konkurrenten stellen – wohl das größte Testfeld in einem Ganzjahresreifenvergleich bislang. Testgröße war das weitverbreitete Kompaktwagenformat 195/65 R 15.

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Anders als in den meisten Reifensegmenten lassen sich beim All-Season-Typ die unterschiedlichen Entwicklungsphilosophien der Hersteller schön nachvollziehen. Traditionell basierten Ganzjahresreifen früher auf Winterprofilen und wurden durch eine härtere Mischung mehr schlecht als recht sommertauglich gemacht. Heute hingegen werden sie als vollkommen eigenständige Produkte entwickelt; der Leistungssprung zu früheren Generationen ist beachtlich.

Dabei ist eine deutliche Hinwendung zu den Nässe- und Sommereigenschaften zu beobachten – wenn auch nicht überall so extrem wie beim Michelin Crossclimate. Sicheres Fahrverhalten im ganzen Jahr bei ausreichenden Leistungsreserven an den wenigen Schneetagen – so lautet die Devise. Doch wie setzten die Reifenbäcker diese im einzelnen um?

Goodyear Vector als einziger „vorbildlich“

Anders als Michelin hat Platzhirsch Goodyear bei der Vorstellung seines neuen Vector 4 S auf jedes Medienbohei verzichtet – sogar der Name blieb der alte. Doch das Ergebnis zeigt, dass die jahrzehntelange Erfahrung der Goodyear-Leute in diesem Segment nicht ohne Weiteres aufgeholt werden kann. Und so setzte sich der Vector mit „besten Nässequalitäten, hoher Aquaplaningsicherheit, niedrigen Rollwiderstand und hoher Laufleistung“ an die Spitzes des Felds und heimste als einziger das Verdikt „Vorbildlich“ ein.

Auf dem zweiten Platz landete aber schon der Michelin Crossclimate, der genau das ist, was der Hersteller angestrebt hatte: ein hervorragender Trocken- und Nässespezialist mit befriedigender Wintereignung. Gleiches gilt für den Dritten, den Pirelli Cinturato Allseason. Diese beiden sowie die Kandidaten Vredestein Quatrac 5 und Hankook Kinergy 4 S erhielten die Note „Empfehlenswert“.

Als „Befriedigend“ stuften die „Auto-Bild“-Tester die Modelle Nokian Wheatherproof, Uniroyal Allseason Expert, Sava Adapto HP und Nexen Npriz 4S ein. Der einzige echte Ausfall war der Nankang Winter Activa mit katastrophalen Nässeeigenschaften und geringer Laufleistung. Sein extrem hoher Verschleiß machte den Chinesen nicht nur zum schlechtesten, sondern auch zum teuersten Reifen im Test.

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Über den Autor

 Jan Rosenow

Jan Rosenow

Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group