Suchen

Auto China: Platzhirsche gegen Newcomer

| Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Auf dem gigantischen chinesischen Markt wollen alle Autohersteller profitieren. Die Automesse in Peking nutzen vor allem die Deutschen zur Vorstellung neuer Modelle, aber auch andere Europäer zeigen Flagge.

Zu den besonders von Journalisten umlagerten Modellen gehörte in Peking das kommende Elektroauto von Daimler und BYD, der Denza.
Zu den besonders von Journalisten umlagerten Modellen gehörte in Peking das kommende Elektroauto von Daimler und BYD, der Denza.
(Foto: Newspress)

Menschenmassen, dichtes Gedränge, auf Hochglanz polierte Fahrzeuge: Eine Automesse in China unterscheidet sich auf den ersten Blick kaum von einschlägigen Veranstaltungen in Detroit, Genf oder Frankfurt. Die Bedeutung der Messe und der ihr innewohnenden Brisanz für die Automobilbranche ist in diesen Tagen in Peking nur seismografisch wahrzunehmen.

Im riesigen Reich der Mitte, in dem Monat für Monat mehr als eine Million Pkw neu zugelassen werden, bedeutet schon ein Marktanteilszugewinn (oder -verlust) von nur 0,1 Prozent, dass man aufs Jahr gerechnet über 10.000 Fahrzeuge mehr (oder weniger) verkauft. Und so ist die „Auto China 2012“ in Peking auch geprägt vom Kampf der Platzhirsche mit großen Marktanteilen gegen nachdrängende Unternehmen aus dem In- und Ausland mit großen Plänen.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 13 Bildern

Wie im Straßenbild der Pekinger Innenstadt, so spielen die deutschen Marken auch auf der Messe eine besondere Rolle. Auf ihren großen, professionell aufgemachten Ständen stehen die Träume einer schnell aufstrebenden und rasant wachsenden Mittelschicht. Volkswagen, Mercedes und Co. haben dies natürlich schon lange erkannt und nehmen die Hauptstadt-Messe entsprechend ernst.

Langversionen in China beliebt

So sieht man auf den Ständen häufig auch eine Spezialität für den chinesischen Markt: Langversionen gängiger Automobile, die man bei uns so nicht zu Gesicht bekommt. Audi zeigt in Peking zum Beispiel erstmals den langen A6 und BMW bietet sogar den 3er in einer im Radstand um elf Zentimeter gestreckten Version an.

Bei Mercedes steht ein Konzept-Auto im Mittelpunkt: Das sogenannte Concept Style Coupé ist nichts anderes als ein sportlicher Viertürer auf Basis der neuen A-Klasse. Das dieses Fahrzeug ziemlich genau so kommen wird ist unbestritten. Um den Namen macht man bei Mercedes noch ein Geheimnis - CLA wäre logisch, es muss aber nicht unbedingt so kommen. Im Vergleich zum CLA wirkt das Denza-Elektroauto spröde und langweilig. Hier steckt der Pfiff unter der Haube. Von Mercedes und dem chinesischen Hersteller BYD auf der Plattform der alten B-Klasse entwickelt, soll das Elektroauto nächstes Jahr unter der Marke Denza auf den Markt kommen.

Dass Porsche die Weltpremiere des Cayenne GTS nach Peking gelegt hat, kann kaum überraschen. Zum einen passt das Derivat des Luxus-SUV zeitlich perfekt in die Produktplanung, zu anderen ist China der ideale Ort dafür. Denn auf keinem anderen Markt weltweit verkaufen die Schwaben mehr Einheiten vom Cayenne als im bevölkerungsreichsten Land der Erde.

(ID:33369910)