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Auto-Flatrate mit Peugeot und 1&1 hat Spätfolgen für Sixt Leasing

| Autor: Christoph Seyerlein

Mit einer Leasing-Aktion im Frühjahr 2017 hatte Sixt Leasing eine Welle der Empörung im deutschen Peugeot-Handel ausgelöst. Wie die am Mittwoch veröffentlichte Halbjahresbilanz des Unternehmens zeigt, hat Sixt Leasing nun auch selbst mit Folgen des Angebots zu kämpfen.

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Mit dieser Reklame hatte Sixt Leasing Kunden im Frühjahr 2017 gelockt.
Mit dieser Reklame hatte Sixt Leasing Kunden im Frühjahr 2017 gelockt.
(Bild: Screenshot 1und1.de)

Im Frühjahr 2017 hatte Sixt Leasing mit einem Leasing-Angebot für den Peugeot 208 viel Aufsehen erregt. Wer gleichzeitig beim Telekommunikationsanbieter 1&1 eine All-Net-Flat für ein Smartphone abschloss, konnte das Auto ab 99,99 Euro im Monat leasen. Der Peugeot-Handel blieb außen vor – und ging auf die Barrikaden. Eine der Folgen: Mehrere Manager bei Peugeot Deutschland mussten gehen.

Auch für Sixt lief die Aktion nicht reibungslos. Kunden ärgerten sich beispielsweise über lange Lieferzeiten. Das Volumen allerdings stimmte: Mehr als 10.000 Einheiten vermarktete Sixt Leasing.

Doch genau das bereitet dem Pullacher Unternehmen nun gewisse Probleme. Denn wie Sixt Leasing am Mittwoch im Rahmen der Veröffentlichung seiner Halbjahresbilanz zugab, belasteten Leasingrückläufer aus der Aktion das Geschäft. Gepaart mit schwierigen Marktbedingungen durch die Corona-Pandemie, sank so der Vertragsbestand in der Sparte Online-Retail in den ersten sechs Monaten um 5,7 Prozent auf 41.800 Verträge.

Auf die geringere Zahl an Neuverträgen dürfte sich der Hinweis von Sixt Leasing zu den Spätfolgen der Aktion beziehen. Rein finanziell gesehen ist die Situation für das Unternehmen dagegen wohl weniger schlimm: Das Restwertrisiko für die Fahrzeuge hatte dem Vernehmen nach Peugeot übernommen.

Gewinn bricht ein

Insgesamt habe sich das Unternehmen aber „im Rahmen der Erwartungen entwickelt“, teilte Sixt Leasing mit. Der Konzernumsatz ging um 13,5 Prozent auf 370,3 Millionen Euro zurück. Sixt Leasing führt das vor allem auf Einbußen bei den Verkaufserlösen im Leasing zurück. Insgesamt seien die Verkaufserlöse durch Leasingrückläufer und vermarktete Kundenfahrzeuge im Flottenmanagement um 20,1 Prozent auf 156,2 Millionen Euro gesunken.

Der Gewinn vor Steuern schrumpfte im Vergleich zum Vorjahr um satte 79,7 Prozent auf 2,9 Millionen Euro zusammen. Als Gründe dafür führte Sixt Leasing unter anderem eine erhöhte Risikovorsorge sowie Belastungen durch einmalige Kosten an, die im Zusammenhang mit der im Juli 2020 erfolgten Übernahme des Unternehmens durch die Hyundai Capital Bank Europe GmbH (HCBE) angefallen sind.

Sixt-Leasing-Chef Michael Ruhl erklärte: „Wir sind zuversichtlich, dass sich das Marktumfeld im zweiten Halbjahr weiter entspannt.“ Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand weiterhin eine leichte Steigerung des Konzernvertragsbestands sowie einen operativen Konzernumsatz ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres. Beim Gewinn wird Sixt Leasing aber Abstriche machen müssen und die eigene Prognose nicht erreichen.

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