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Auto Leebmann gehört zu den Großen im Teile-Onlinegeschäft

Autor: Andreas Wehner

Leebmann 24 ist einer der wichtigsten Kfz-Webshops in Deutschland – und das, obwohl der E-Commerce-Ableger des Passauer Autohauses Leebmann nur BMW- und Mini-Teile verkauft. Das machte das Unternehmen zu einem der besten Teilnehmer des Digital Automotive Awards 2020.

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Leebmann 24 gehört zu den wichtigsten Kfz-Webshops in Deutschland – gerade hat das Unternehmen sein Lager ausgebaut und modernisiert.
Leebmann 24 gehört zu den wichtigsten Kfz-Webshops in Deutschland – gerade hat das Unternehmen sein Lager ausgebaut und modernisiert.
(Bild: Wehner/»kfz-betrieb«)

Am Anfang war Ebay. Wie viele andere Kfz-Betriebe hat auch das Passauer BMW- und Mini-Autohaus Leebmann lange Zeit neben dem Geschäft in der Region bestimmte Autoteile über die Online-Plattform vermarktet. Das war aufwändig und wenig lukrativ. Doch das Familienunternehmen um die Geschäftsführer Bernd Karoli und Thomas Leebmann sah großes Potenzial im Online-Geschäft mit Teilen und Zubehör und startete einen eigenen Online-Shop. Das Ziel war dabei immer, nicht nur in der Region aktiv zu sein, sondern Kunden deutschlandweit zu bedienen.

Zunächst bot Leebmann Winterkompletträder an. Der Test funktionierte, also weitete das Unternehmen das Angebot zunächst auf BMW- und Mini-Zubehör, später auf Ersatzteile aus. Inzwischen verkauft Leebmann 24 nicht nur Originalzubehör und -ersatzteile, sondern hat auch Identteile im Angebot. „Die Fahrzeuge unserer Kunden sind oft fünf Jahre und älter. Da machen die günstigeren Identteile einen relevanten Teil des Geschäfts aus – und den wollen wir nicht anderen überlassen“, erläutert Thomas Leebmann.

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Über 20.000 Produkte hat das Unternehmen direkt auf Lager, mehr als 600.000 Teile und Zubehörartikel sind bestellbar. Aktuell verzeichnet Leebmann 24 täglich rund 40.000 Besucher im Onlineshop. Die Mitarbeiter bearbeiten im Durchschnitt 1.000 Bestellungen pro Tag – Tendenz steigend. Damit gehört Leebmann 24 im Online-Geschäft mit Kfz-Teilen zu den Großen. Im Index des E-Commerce-Anbieters Speed-4-Trade, der die wichtigsten deutschen Online-Teileshops auflistet, belegt das Passauer Unternehmen Platz 7 – und das obwohl das Angebot auf die Marken des BMW-Konzerns beschränkt ist. Den überwiegenden Teil der Käufer stellen Privatkunden. Aber auch kleinere Werkstätten sind eine relevante Zielgruppe.

Dabei ging es nie darum, im oft preisgetriebenen Onlinegeschäft die günstigsten Teile anzubieten. „Im Vordergrund steht der Komfort“, sagt Bernd Karoli. Die Kunden sollen schnell finden, was sie suchen, und können daher sowohl über eine Modellauswahl als auch per FIN oder Teilenummer suchen. Passende Identteile zeigt das System als Alternative an. Dennoch müssen die Preise wettbewerbsfähig sein. Daher setzt Leebmann 24 auf ein teilautomatisiertes Pricing. Das System überwacht die Preise und passt sie je nach Wettbewerbssituation an. Das ist jedoch nicht für das gesamte Sortiment sinnvoll und machbar, sodass an einigen Stellen von Hand nachjustiert wird.

Auf technischer Seite entwickelt Leebmann 24 vieles selbst, um den benötigten Anforderung möglichst genau gerecht zu werden. „So können wir vor allem schnell auf Marktveränderungen reagieren“, erläutert Thomas Leebmann. Dennoch schließt er nicht aus, auch extern Leistung einzukaufen. „Aber wir vergeben keine kompletten Projekte“, sagt der Geschäftsführer. Auch mit BMW gibt es inzwischen einen regen Austausch. Das war nicht immer so. Zu Anfang sträubte sich der Konzern in der Zusammenarbeit mit diesem umtriebigen Händler. Doch inzwischen hat man auch in München erkannt, dass beide Seiten profitieren können. „Wir sind von einer Konfrontationsphase in eine Kooperationsphase gekommen“, erklärt Karoli.

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Erst in diesem Jahr ist das Unternehmen einen weiteren wichtigen Schritt gegangen und stellte Leebmann 24 als eigene Geschäftseinheit auf, zentralisierte diese am Stammsitz in Passau und trennte sie vom regulären Autohausgeschäft. Im Mai nahm das Unternehmen zudem in einer Halle hinter dem Autohaus ein automatisiertes Kleinteilelage in Betrieb, um die steigende Zahl der Bestellungen schneller bearbeiten zu können.

Inzwischen ist Leebmann 24 längst über die Landesgrenzen bekannt und hat nicht nur im angrenzenden Österreich viele Kunden, sondern verkauft in viele europäische Länder. Dementsprechend können sich die Geschäftsführer für die Zukunft auch vorstellen, länderspezifische Versionen des Online-Shops anzubieten. Auch den großen Datenschatz, den Leebmann 24 mit seinen rund 400.000 Kunden hat, möchte das Unternehmen künftig besser nutzen.

„Wir wissen nicht nur, welche Teile ein Kunde gekauft hat, sondern auch welches Autos er fährt und wann er ein neues braucht“, nennt Karoli ein Beispiel. Dazu baut Leebmann gerade ein eigenes Datawarehouse auf. Einerseits, um die Kunden individueller ansprechen und besser bedienen zu können, andererseits steckt in den Daten neues Geschäft. Denn den guten Kundenzugang kann Leebmann 24 auch anderen anbieten.

(ID:46920991)

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 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«