Klassik „Auto Motor und Sport“: Vor 75 Jahren entstand der Titel

Autor: Steffen Dominsky

1946, als Deutschland und weite Teile Europas noch in Schutt und Asche lagen, erschien mit „Das Auto“ die erste automobile Nachkriegspublikation. Sie war einer der beiden Grundsteine, aus denen eine der bedeutendsten und erfolgreichsten Automobilzeitschriften Europas hervorging.

Vor 75 Jahren: Unter Beteiligung des Vogel-Verlags entstand aus den beiden Zeitschriften „Das Auto“ und „Motor und Sport“ die bekannte „Auto Motor und Sport“.
Vor 75 Jahren: Unter Beteiligung des Vogel-Verlags entstand aus den beiden Zeitschriften „Das Auto“ und „Motor und Sport“ die bekannte „Auto Motor und Sport“.
(Bild: VCG)

Die Trümmer waren noch allgegenwärtig, da erschien im Dezember 1946 „Das Auto“ als erste deutsche Zeitschrift ihrer Art nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie war die Keimzelle von „Auto Motor und Sport“ und zugleich Gründungspublikation des heutigen Medienhauses Motor Presse Stuttgart. Das feiert in diesem Jahr den 75. Geburtstag ihres Flaggschiffs. Der Verleger Paul Pietsch (1911 bis 2012) hatte es zusammen mit seinem Rennfahrerkumpel Ernst Troeltsch und dem gemeinsamen Verlag „Motorsport GmbH“ in seiner Heimatstadt Freiburg aus der Taufe gehoben. Im Juni 1946 hatte das Gründerduo mit der Nummer 1308 die erforderliche Zeitschriftenlizenz von der französischen Besatzungsbehörde erhalten. Dabei machte der französische Presseoffizier den engagierten Verlegern keine Hoffnungen: „In Deutschland wird es nie wieder so viele Autos geben, dass man eine Autozeitschrift brauchen würde.“

Doch mit dem Erhalt der Lizenz war es nicht getan. Kurz nach dem Krieg grassierte der Mangel in Deutschland – in fast jeder Hinsicht. Auch Papier war rares Gut. Die kontingentierte Papierzuteilung bis 1947 zwang die Verlage, die Auflagenhöhe und den Umfang der Hefte zu begrenzen. Auch die Redaktion von „Das Auto“ richtete regelmäßig Appelle an die Leser, den Verlag durch Einlieferung von Altpapier zu unterstützen. Sogar neue Abonnenten musste man abweisen, selbst wenn sie bereit waren, Altpapier abzugeben. Spätestens mit der Währungsreform 1948 war dieses Problem verflogen wie ein Blatt im Wind.

Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group