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Auto Schmeltzer: Autohaus mit Atombunker

| Autor: Christoph Baeuchle

Sicher ist sicher: Als Volkmar Schmeltzer sein Autohaus baute, unterkellerte er seinen Ausstellungsraum mit einem Atombunker. Im Notfall ist hier Platz für 300 Menschen. Doch der ist nicht in Sicht, deshalb hat Schmeltzer andere Ideen.

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Auto Schmeltzer in Wachtberg bei Bonn: mit einem Atombunker für den Notfall gerüstet.
Auto Schmeltzer in Wachtberg bei Bonn: mit einem Atombunker für den Notfall gerüstet.
(Bild: Baeuchle/»kfz-betrieb«)

Eine Wohnung über dem Ausstellungsraum ist bei Autohäusern keine Seltenheit, ein Atombunker unter dem Ausstellungsraum aber schon. Der Mazda-Händler Auto Schmeltzer in Wachtberg bei Bonn hat das Kuriosum aus dem Kalten Krieg in seinen Betriebsalltag integriert.

Der rund 300 Quadratmeter große Schutzraum bietet im Fall eines Atomschlags Platz für 300 Personen, im Betriebsalltag lagern hier 500 Reifensätze. Doch nicht nur das: Da der Bau den höchsten Ansprüchen genügen musste, kann Schmeltzer auch Archivmaterialien in seinem Keller aufbewahren. „Feuchtigkeit ist für uns ein Fremdwort“, freut sich der geschäftsführende Gesellschafter Volkmar Schmeltzer.

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Als Schmeltzer sein Autohaus errichtete, war die Mauer zum Ostblock schon gefallen. Deutschland feierte 1990 die Wiedervereinigung, und Schmeltzer und sein Team bezogen 1992 die neue Betriebsstätte. „Wir haben einen der letzten Schutzräume, die noch entsprechend ausgewiesen wurden“, berichtet Schmeltzer.

Das zahlte sich aus. Im Rückblick schätzt Schmeltzer die Kosten für den Atombunker auf rund eine halbe Million D-Mark. Etwa 80 bis 85 Prozent dieser Investition hat der Staat übernommen.

In regelmäßigen Abständen kamen Vertreter der Gemeinde Wachtberg, um die Funktionsfähigkeit des Bunkers zu testen. Sie prüften die Anlagen und checkten die Listen. Seit einigen Jahren ist dies vorbei. Nun kommt keiner mehr von der Verwaltung. Nun prüfen Schmeltzer und sein Team ab und an, ob noch alles läuft.

Lebensmittel hatte der Autohändler nie gebunkert. „Aber wir hatten die Möglichkeit, rund 1.200 Liter Wasser vorzuhalten. Ventilatoren saugten die Luft an, entsprechende Filter sollten dafür sorgen, dass im Ernstfall ein Überleben möglich gewesen wäre.

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