Autobanken im Aufwärtstrend

Autor / Redakteur: Joachim von Maltzan / Joachim von Maltzan

Die Anzahl der Neuverträge bei den Banken und Leasinggesellschaften der Autohersteller ist im ersten Halbjahr gestiegen. Größter Wachstumstreiber ist das Geschäft mit gewerblichen Kunden.

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Die Banken und Leasinggesellschaften der Automobilhersteller haben im ersten Halbjahr zugelegt. Wie der Arbeitskreis der Autobanken (AKA) mitteilte, brachten sie über Finanzdienstleistungen rund 650.000 neue Fahrzeuge (+7 %) im Wert von über 16,2 Milliarden Euro (+11 %) auf die Straße. Ihren Vertragsbestand an Leasing- und Finanzierungsverträgen konnten sie insgesamt auf über 92 Milliarden Euro (+2 %) ausbauen.

Gewerbliches Geschäft mit starken Zuwächsen

Als wesentlicher Wachstumstreiber des ersten Halbjahres erwies sich das Geschäft mit Unternehmen und gewerblichen Kunden. Die herstellerverbundenen Finanzdienstleister schlossen in diesem Bereich rund 359.000 Leasing- und Finanzierungsverträge ab. Das entspricht einem Zuwachs von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. „Gewerbliche Kunden haben die konjunkturelle Erholung verstärkt genutzt, um in ihre Mobilität zu investieren“, erläutert Anthony Bandmann, Sprecher des Arbeitskreises Autobanken (AKA).

Auch das Geschäft mit Privatkunden entwickelte sich im ersten Halbjahr positiv für die Autobanken. „Mit über 291.000 privaten Leasing- und Finanzierungsverträgen verzeichneten die AKA-Institute einen zufriedenstellenden Zuwachs von drei Prozent“, sagt Christian Ruben, ebenfalls Sprecher des AKA. „Insbesondere mit flexiblen Finanzierungslösungen als Alternative zum Leasing konnten wir bei privaten Kunden punkten.“

Zusätzliche Mobilitätsdienstleistungen als Erfolgsfaktor

Ungebrochen hoch ist die Nachfrage nach zusätzlichen Mobilitätsdienstleistungen der Herstellerbanken, also autonahen Dienstleistungen über Finanzierung und Leasing hinaus. Hierzu zählen beispielsweise Kfz-Versicherungen, Garantie- und Kreditversicherungen oder Wartungsleistungen, mit denen Kunden ihre rundum sorgenfreie Mobilität sicherstellen. Allein in den ersten sechs Monaten verzeichneten die Finanzdienstleister über 1,16 Millionen abgeschlossene Serviceverträge und damit ein Plus von fünf Prozent. „Zusätzliche Dienstleistungen sind ein strategisches Wachstumsfeld, das wir auch in Zukunft konsequent weiter ausbauen werden“, so Bandmann.

Anteil der Herstellerbanken an allen Pkw-Neuzulassungen steigt

Ihr Anteil am Gesamtvolumen aller Neuzulassungen der mit den Herstellerbanken verbundenen Fahrzeugmarken in Deutschland (Penetrationsrate) stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum erneut an, und zwar auf 43,6 Prozent. „Damit bauen die Herstellerbanken ihre führende Marktstellung kontinuierlich aus – sowohl in starken als auch in schwachen Marktphasen“, stellt Christian Ruben fest.

Für das Gesamtjahr 2014 rechnet der Arbeitskreis Autobanken mit Pkw-Neuzulassungen von rund drei Millionen Einheiten und einer weiteren Entspannung auf dem deutschen Automobilmarkt. Diese Entwicklung werde auch im zweiten Halbjahr wesentlich durch die gewerbliche Nachfrage getragen, sind sich die AKA-Sprecher einig.

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