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Autobauer und Handelsketten fordern Korrektur der E-Förderung

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Die Wirtschaft beginnt, an der E-Mobilität zu verzweifeln. Angesichts der notwendigen Veränderung komme die Technik viel zu langsam voran. Die Politik müsse in ihren Vorgaben klarer werden, fordert ein Positionspapier. Dabei sind sich die Autobauer selbst weiter uneins

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Mehrere große Handelsunternehmen fordern von der Bundesregierung eine entschiedenere Förderung der Elektromobilität.
Mehrere große Handelsunternehmen fordern von der Bundesregierung eine entschiedenere Förderung der Elektromobilität.
(Bild: Aldi)

Mehrere große Energie- und Handelsunternehmen haben den Bund zu einem schnelleren Umstieg auf E-Fahrzeuge aufgefordert. Dies werde „den Kampf gegen den Klimawandel stärken, der Luftverschmutzung in deutschen Städten entgegenwirken sowie die Führungsrolle Deutschlands als globalem Autohersteller sichern“, schrieben die Energiekonzerne Eon und Vattenfall, die Handelsketten Metro und Ingka Group (früher Ikea) sowie das Fuhrpark-Leasingunternehmen Leaseplan am Mittwoch in einer gemeinsamen Mitteilung.

„Die Empfehlungen sind eine klare Chance für die Bundesregierung, sich die fallenden Kosten für Batterien zunutze zu machen und einen ehrgeizigen Zeitplan für die Einführung von Elektrofahrzeugen festzulegen, der mit Plänen anderer europäischer Länder im Einklang steht“, so die Unternehmen. Eon-Manager Andreas Pfeiffer etwa forderte Kontrollmaßnahmen wie CO2-Abgaben sowie Steueranreize für Unternehmen, die ihren Fuhrpark auf E-Mobilität umstellen wollen. Die fünf Unternehmen, die sich an der globalen Firmeninitiative EV100 der Climate Group beteiligen, stellen derzeit ihre Flotten auf E-Fahrzeuge um und bauen große Ladenetze auch für Kunden auf.

Am heutigen Mittwoch wollen sich laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ die Chefs der deutschen Autobauer Volkswagen, Daimler und BMW mit dem Branchenverband VDA zusammenschalten. Dabei wollen Herbert Diess, Harald Krüger und Dieter Zetsche ausloten, ob sich eine gemeinsame Linie beim Umbau der Mobilität finden lasse. Auch der Präsident des Branchenverbandes VDA, Bernhard Mattes, solle an dem Gespräch teilnehmen, berichtete die Zeitung in ihrer Mittwochausgabe. Eine offizielle Bestätigung des Spitzengesprächs gibt es bisher nicht.

Autobauer haben unterschiedliche Interessen

Am Weg in die Elektromobilität scheiden sich die Geister in Politik und Autoindustrie. In einem VW-Strategiepapier heißt es, alle bisherigen Pläne zur Verkaufsförderung sowie zum Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos reichten nicht aus. Das Papier liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Demzufolge spricht sich Volkswagen für die E-Auto-Förderung bis mindestens 2025 aus – besonders für Geringverdiener und Kleingewerbe. Staatliche Zuschüsse für Hybride sollten zugunsten der Batterieautos sinken – das wiederum dürfte den Premiumherstellern mit ihren hybridisierten schweren Fahrzeugen nicht gefallen

VW-Chef Diess warb zudem für batteriebetriebene E-Autos als Schwerpunkt der Entwicklung. Allerdings gab es massive Kritik an den Ideen des Branchenriesen. Unter anderem hieß es, damit wäre eine einseitige Festlegung auf nur einen Antrieb verbunden.

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