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Autobranche zittert vor Krise in den USA

| Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Auf dem US-Automarkt herrscht große Verunsicherung. Gerade die Handelspolitik von Präsident Donald Trump erschwert den Herstellern ihre Geschäfte. Im laufenden Jahr rechnen Experten auch deshalb mit einem Abschwung in den Vereinigten Staaten.

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(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Der US-Automarkt wird sich 2019 nach einer Prognose von Branchenexperten abschwächen. Nach dem besser als erwartet ausgefallenen vergangenen Jahr mit rund 17,2 Millionen Neuwagenverkäufen dürften 2019 rund 16,8 Millionen Stück verkauft werden, wie eine am Sonntag vor dem Start der ersten großen Automesse des Jahres in Detroit vorgestellte Prognose des US-Marktforschers und Handelsdienstleisters Cox Automotive ergab. Für 2020 könnte es mit einem Neuwagenabsatz von rund 16,5 Millionen noch weiter nach unten gehen.

Cox-Chefökonom Jonathan Smoke machte unter anderem die sich abschwächende Konjunktur verantwortlich – warnte aber auch vor den Folgen zusätzlicher Zölle auf die Autopreise: Zölle von 25 Prozent könnten sich massiver auf den Absatz auf dem Automarkt auswirken als selbst eine Rezession. US-Präsident Donald Trump hatte wiederholt mit hohen Sonderzöllen auf Importautos gedroht, weil er sein Land von Handelspartnern unfair behandelt sieht. Dies würde die Branche stark belasten. Im Dezember war bereits eine Delegation deutscher Automanager bei Trump, um ihn von seinen Zollplänen abzubringen.

Zum Auftakt der Automesse in Detroit sagte Klaus Bräunig, Geschäftsführer des Branchenverbands VDA, im Hinblick auf Zölle: „Die Beseitigung von Importzöllen und größtmögliche Verständigung über Regulierungen wären der richtige Weg. Davon würden beide Seiten profitieren.“ Man sei „sehr besorgt darüber, welche Richtung in der US-Handelspolitik seit 2017 eingeschlagen wurde“. Die USA seien neben China und Europa der wichtigste Absatzmarkt der deutschen Autoindustrie, 2018 hatten jene Hersteller dort 1,34 Millionen Autos verkauft.

Neben der Zolldiskussion führen den Analysten zufolge auch höhere Zinsen dazu, dass sich der US-Markt abkühlt. Gefragt bleiben laut Cox vor allem die typisch amerikanischen Pick-up-Trucks und Geländewagen. Der Absatz von Limousinen brach in den vergangenen Jahren auf 30 Prozent ein, gleichzeitig ging es für die beliebten SUVs steil hoch auf 49 Prozent.

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