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Autofahrer greifen zu teureren und hochwertigen Produkten

Autor: Andreas Grimm

Autoersatzteile und Pflegeprodukte standen im ersten Halbjahr hoch im Kurs. Der Kfz-Aftermarket legte nach Beobachtungen der Marktforschung GfK dank hochpreisiger Produkte deutlich zu.

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Autoersatzteile und Pflegeprodukte waren im ersten Halbjahr 2016 stark nachgefragt.
Autoersatzteile und Pflegeprodukte waren im ersten Halbjahr 2016 stark nachgefragt.
(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Der Bedarf an hochwertigen Ersatzteilen und Pflegeprodukten lässt den Aftermarket deutlich wachsen. Laut einer Studie der Marktforschung GfK ist der Umsatz in ausgewählten Produktkategorien zuletzt kräftig gestiegen. Zwei Trends fallen dabei günstig für die Kfz-Branche aus: Zum einen wurde ein Großteil des Wachstums über den Großhandel – und damit teils auch über die Werkstätten – abgewickelt, zum anderen interessierten sich die Konsumenten verstärkt für höherpreisige Produkte.

Laut einer Mitteilung der GfK vom Montag kletterte der Umsatz in den von der Marktforschung beobachteten Produktgruppen im ersten Halbjahr 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11 Prozent auf 477 Millionen Euro. Der deutsche Markt für Kfz-Chemieprodukte verzeichnete sogar ein Umsatzplus von 13 Prozent. Das Umsatzvolumen betrug in diesem Segment 86 Millionen Euro.

Einen deutlich steigenden Teileumsatz verzeichnete die GfK dabei im Teilegroßhandel. Er kletterte um 18 Prozent. Dieser Entwicklung hinkt der Teileabsatz hinterher, der nur um 10 Prozent zulegte. Ein ähnliches Bild, aber mit deutlich geringeren Wachstumsraten zeigt sich im Verkauf an Endkunden (über Kfz-Facheinzelhandel, Fast-Fit Werkstattketten, Baumärkte, Verbrauchermärkte, Online-Generalisten): Hier legte der Umsatz nur um 4 Prozent zu, der Teileabsatz um 1 Prozent.

Aus der ungleichen Entwicklung der Absatz- und Umsatzzahlen lässt sich ableiten, dass die Autofahrer im ersten Halbjahr 2016 „vermehrt zu höherpreisigen Mehrwertprodukten griffen, wie Flachbalkenwischern und Glühlampen mit gesteigerter Lichtausbeute oder Lebensdauer“. Diese Teile können die Autofahrer noch im Do-it-yourself-Verfahren verbauen. Jedoch kletterte auch der Absatz von Produkten deutlich, die Autofahrer eher selten selbst verbauen (können): Starterbatterien, Zünd-/Glühkerzen und Filter verkauften sich über den Großhandel im ersten Halbjahr um 12 Prozent häufiger. Das Endkundengeschäft mit diesen Produktgruppen war dagegen 11 Prozent rückläufig.

Auch im Pflegemittelmarkt zeigte sich laut GfK im ersten Halbjahr ein Trend zu höherwertigen Produkten. Während die Absatzmenge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht rückläufig war, kletterten dennoch die Umsätze mit Lackpflegeprodukten (+7 %) und Kunststoffreinigern (+2 %). Etwas anders ist die Entwicklung bei Felgenreinigern. Während der Absatz deutlich zulegte (+ 14 %), griffen die Konsumenten vermehrt zu günstigen Mitteln. Die Hauptursache dafür sieht die GfK in der einfachen Anwend- und Austauschbarkeit dieser Produkte.

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«