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Autohändler rechnen mit weiteren Einbrüchen im GW-Geschäft

| Redakteur: Norbert Rubbel

Service hui, Handel pfui: So kristallisierte sich etwas überspitzt formuliert das Bild im deutschen Kfz-Gewerbe bei der BIX-Befragung im Juni heraus. Gerade im Gebrauchtwagenhandel sieht fast die Hälfte der befragten Unternehmer vorerst schwarz. Besser sieht es im Werkstattgeschäft aus.

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(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Während es im Servicegeschäft bei der Mehrheit der Kfz-Betriebe in Deutschland rund läuft, macht der Fahrzeughandel weiter Sorgen. Gerade im Gebrauchtwagengeschäft rechnen zahlreiche Unternehmen nach schon vielen mauen Monaten mit weiteren Einbußen in nächster Zeit. Das ergab ergab die aktuelle Branchenindexbefragung der Fachzeitschrift »kfz-betrieb« und der Bank Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (BDK) für den Monat Juni.

Mit 48 Prozent gab rund jeder zweite Befragte an, im Gebrauchtwagengeschäft weniger Umsatz erzielt zu haben als im Jahr zuvor. Die Umsatzverteilung im Neuwagenhandel war im Juni dreigeteilt: Jeweils ein Drittel der Vertragshändler registrierte im Verkauf von neuen Fahrzeugen steigende, gleichbleibende und niedrigere Erlöse.

Fast identisch zur aktuellen Lage schätzen die Händler auch die Entwicklung im Gebrauchtwagenbereich für den Juli ein. Mit 48 Prozent rechnet hier ebenfalls die Hälfte mit geringeren Umsätzen als vor Jahresfrist. Lediglich 22 Prozent können sich eine Verbesserung der Lage vorstellen.

Aber auch im Neuwagenhandel gibt sich nur eine Minderheit der Unternehmer optimistisch. Dass ihre Umsätze in jenem Bereich im Juli höher ausfallen werden als im Vorjahresmonat, meinen nur 28 Prozent der Fabrikatshändler.

Alles in allem ist die Stimmung im Kfz-Gewerbe nichtsdestotrotz weiterhin in Ordnung. Zwar ist sowohl der Indexwert der fabrikatsgebundenen Autohäuser als auch jener der freien Werkstätten im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um fünf Punkte gefallen. Dennoch liegen beide Indizes mit 137 beziehungsweise 165 Punkten immer noch auf hohem Niveau. Das bedeutet, dass die meisten Unternehmer mit ihrer wirtschaftlichen Situation Ende des ersten Halbjahrs zufrieden sind.

So bewerten 68 Prozent der Vertragshändler und 80 Prozent der Inhaber von unabhängigen Kfz-Betrieben ihre eigene Firmenkonjunktur als „gut“.

Optimistische Prognosen fürs Servicegeschäft

Jene positiven Werte dürften vor allem auf die stabile Lage im Werkstattgeschäft zurückzuführen zu sein. Hier erzielte jeder zweite markengebundene und freie Kfz-Betrieb steigende Erlöse sowie 40 Prozent gleichbleibend gute Erlöse wie im Vorjahr. Dass die Serviceumsätze bis Ende Juli stabil bleiben, prognostizieren 53 Prozent der befragten Betriebsinhaber. Gut ein Drittel rechnet sogar mit höheren Erlösen im Werkstattgeschäft.

Trotz der Probleme im Handel: Auch die Entwicklung der Gesamtumsätze ist in vielen Betrieben positiv: 47 Prozent aller Befragten verbuchten gegenüber dem Vorjahresmonat höhere und 42 Prozent stabile Unternehmenserlöse.

Alle Ergebnisse der Branchenindexbefragungen der vergangenen Monate finden Sie im Online-Archiv.

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